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NRW-Tag

Die Vorfreude wächst

03.09.2010 | 17:49 Uhr
Die Vorfreude wächst

Siegen/Burbach/Littfeld.Dicke Aktenordner und akribische Planung: An 60 Ständen wollen sich die regionalen Heimatvereine in der Altstadt präsentieren.

Damit sie das auch können, ist unter anderen Werner Kreutz vom Heimatbund und Vorsitzender des Heimatrings Burbach seit etwa einem Jahr im Dauereinsatz. Er gehört zu einem vier-köpfigen Gremium, das die Traditionsmeile in der Altstadt plant.

Das Büro in der Alten Vogtei in Burbach quillt langsam über: Dazu kommen täglich Briefe, E-Mails und Telefonate. Kleine Pappzettel auf einer großen Tafel halten den zeitlichen Ablauf auf der Bühne fest. „Mittlerweile freue ich mich sehr auf den NRW-Tag“, sagt Werner Kreutz. Aber von Anfang an war klar, dass es viel Arbeit werden würde. Rund 150 Vereine sind dem Heimatbund Siegen-Wittgenstein angeschlossen. 40 davon werden am NRW-Tag dabei sein – einige hatten sich vorab umsonst vorbreitet. „Natürlich waren sie enttäuscht, als sie dann eine Absage bekamen“, so Bruno Steuber vom Heimatverein Kreuztal-Littfeld. Er ist ebenfalls im Heimatbund tätig. Aber sie hätten verstanden, dass nun mal nicht alle dabei sein könnten. Die Koordination von so vielen Teilnehmern sei nicht leicht: „Sonst wirkt jeder Heimatverein in sich“, so Kreutz. Schließlich gebe es in ihrem Ort genug zu tun. So eine große Kooperation der Heimatvereine unter dem Dach des Heimatbundes gab es vermutlich in der Region noch nicht.

Alle Hände voll zu tun

Doch obwohl Werner Kreutz mit der Organisation alle Hände voll zu tun hat, hat er am Veranstaltungswochenende noch eine weitere wichtige Funktion: Als Hirte wird er gemeinsam mit dem Ausscheller Bernd Steuber und dem Nachtwächter Helmut Redlich alte Siegerländer Berufe vorstellen – natürlich in regionaler Mundart: „Drej ahle Sejerlänner Beroofe stelln sech loa moal vör. Dat es dr Dorfheerde, dr Nachtwächder on dr Usscheller. Se verdeende net veel Geld, on hadde oft näweher och noch angern Beroofe“, soll es dann sechs Mal von der Bühne an der St. Marienkirche schallen. Werner Kreutz hat sich dafür sogar zwei echte Siegerländer Hirtenhunde, eine fast ausgestorbene Rasse, besorgt. Auf einem Bauernhof in Hessen hat er die beiden „Füchse auf Stelzen“, wie er sie mit einem Augenzwinkern beschreibt, ausfindig gemacht. Zwischen Rathaus und Löhrstraße will das Siegerländer Dreigespann samt Hütehunden flanieren. „Oder wahrscheinlich eher durchwurschteln“, wie Kreutz vermutet, wenn er an die 300 000 erwarteten Besucher denkt.

Irmine Skelnik

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