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Das Mekka der Böll-Forscher

15.11.2010 | 18:01 Uhr
Das Mekka der Böll-Forscher
Die Herausgeber: Ralf Schnell (v.r.), Olaf Petersen, Jochen Schubert und Fritz Steinle.

Siegen/Köln. Soviel Böll in einer Edition gab es noch nie: Die 27 Bände „Heinrich Böll Werke – Kölner Ausgabe” sind komplett.

Sieben internationale Kenner eines der wichtigsten deutschen Nachkriegsautoren bilden das Herausgeberteam. Die Fäden zwischen ihnen hat Ralf Schnell, ehemaliger Germanistikprofessor und Rektor der Universität Siegen, gezogen.

Kölner Ausgabe
ist ein Mammutwerk

„Es ist erstaunlich, dass wir alle Termine einhalten konnten”, zieht Prof. Dr. Schnell, der heute in Berlin lebt, im Gespräch mit unserer Zeitung Bilanz. Die jetzt vorliegende Kölner Ausgabe ist ein Mammut-Werk, an dem drei Forschungsstellen mitgearbeitet haben – das Heinrich-Böll-Archiv in Köln, die Böll-Stiftung in Berlin und schließlich die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierte Heinrich-Böll-Arbeitsstelle an der Universität Siegen. „Wir haben den Herausgebern zugearbeitet“, erklärt Prof. Schnell. Dr. Klaus-Peter Bernhard, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Arbeitsstelle, hat zum Beispiel akribisch Namen und Orte, die in den Böll-Schriften auftauchen, recherchiert und das Material dokumentiert. Wichtigster Beitrag war der gerade veröffentlichte Registerband. „Er erschließt die gesamte Ausgabe”, kommentiert Schnell die Fleißarbeit.

Informatiker mit von der Partie

Auch Informatiker der Universität Siegen waren an der Kölner Ausgabe beteiligt – sie haben eine spezielle Software entwickelt, die es den Forschern ermöglichte, ihre Kommentare direkt in die Texte zu schreiben. Für den jeweiligen Band wurden sie automatisch wieder herausgenommen und in den wissenschaftlichen Anhang eingeordnet.

Durch die Arbeitsstelle Böll wurde die Universität Siegen für eine Dekade zu einem Treffpunkt der Böllforschung. Hier trafen sich die Herausgeber zu Arbeitstagungen, und auch Bölls 2008 gestorbener Neffe Viktor, ebenfalls Herausgeber eines Bandes, war häufig vor Ort. Prof. Schnell: „Wir haben alle Arbeitsschritte mit der Erbengemeinschaft Böll abgestimmt.” Die Universität habe durch die Arbeitsstelle „von der Ausstrahlung des Namens Böll“ profitiert.

Er hofft, dass die „Kölner Ausgabe” der wissenschaftlichen Erforschung des Werkes Heinrich Bölls neue Impulse gibt. Die in einer 1000er Auflage erschienene gebundene Kölner Ausgabe (Einzelband: 34,90 Euro) wird vor allem in die germanistischen Abteilungen von Bibliotheken und Seminaren einziehen. Studierende und Literaturfreunde sollen sich den kompletten Böll leisten können. Prof. Schnell: „Ich denke und hoffe, dass es eine Taschenbuch-Ausgabe geben wird.”

Brigitte Wambsganß

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Kommentare
16.11.2010
16:56
Das Mekka der Böll-Forscher
von Ansgar Kaufmann | #1

Ein großes Kompliment an die Forscher. Als Böll-Fan habe ich die Bände zu einem erheblichen Teil schon angelesen.
Eine wirklich beeindruckende Flleißarbeit, die viele interessante neue Einblicke ermöglicht.
Hoffentlich trägt das Werk zu der längst überfälligen Wiederentdecktung dieses wichtigen Autors bei.

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