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Neue Präsidentin

Dagmar Lange ist Chefin im Landgericht

02.02.2010 | 18:11 Uhr

Siegen. Auf die „ganz offizielle” Einführung samt Verabschiedung ihres Vorgängers muss Dagmar Lange noch ein bisschen warten. „Das hängt davon ab, wann die Ministerin Zeit hat”, sagt die 53-Jährige.

Nach einem Jahr als Vize-Präsidentin in Dortmund hat Dagmar Lange jetzt „das Kommando“ im Siegener Landgericht übernommen. Foto: Michael Kunz

Aber auch ohne den Besuch von Roswitha Müller-Piepenkötter ist die Juristin seit Montag die neue Präsidentin des Landgerichts Siegen. Am Freitag wurde ihr im Ministerium in Düsseldorf die Ernennungsurkunde überreicht. „Jetzt bin ich die Statthalterin für den OLG-Präsidenten in Siegen”, lacht sie. Dessen Vize Thomas Vogt kam persönlich zur Gratulation.

„Ich bin sehr froh, dass ich ein gut bestelltes Haus übernehme”, lobt Dagmar Lange ihren Vorgänger. Gerd-Ulrich Hammer „hat mir heute morgen symbolisch den Schlüssel überreicht, das fand ich sehr schön”, fügt sie an und genießt den ersten Tag, „an dem ich für alles Zeit habe, außer für die Arbeit”.

„Siegen hat einen guten

Ruf im OLG-Bezirk”

Dafür beginnt jetzt der Alltag, der für die Landgerichtspräsidentin vom Haushalt über das Personalwesen bis zur Aufsicht der heimischen Notare ein breites Feld umfasst. Oder einfach „alles”, wie Vize-Präsident Heribert Eggert knapp ergänzt.

Im Haus werde sich nicht viel ändern. „Natürlich hat aber jeder Präsident seinen eigenen Stil”, blickt die neue Chefin in die Zukunft, die selbst die Berufungskammer für Zivilsachen übernehmen wird. Wichtig ist ihr erst einmal eines: „Wir sind natürlich ein kleines Gericht, aber Siegen hat einen sehr guten Ruf im OLG-Bezirk. Ich will dafür sorgen, dass der Stellenwert auch weiterhin so bleibt.”

Richterliche Mediation

etablieren

Unter anderem kann sich die neue Präsidentin vorstellen, die richterliche Mediation in Siegen zu etablieren. Dabei gehe es um Verfahren etwa aus dem Familienrecht oder Mietsachen, bei denen der zuständige Richter die Möglichkeit sehe, ein Verfahren ohne Urteil und außerhalb des Gerichtssaales zu beenden. Er gebe es an einen weiteren Richter ab, der dann die Mediation der Beteiligten vornehme. Das sei in Celle und anderen Orten schon sehr erfolgreich, auch in Paderborn und Dortmund wird es angewendet. Die Präsidentin möchte sich in Kürze mit den Kollegen und Kolleginnen zusammensetzen und versuchen, Mitstreiter zu finden.

Neu ist der Standort Siegen für Dagmar Lange nicht. Die gebürtige Hagenerin war ab 2001 als Dezernentin in der Bewährungshilfe beim Landgericht tätig. Im November 2004 wurde sie zur Direktorin des Siegener Amtsgerichts ernannt. Trotzdem habe sie die Möglichkeit gereizt, von Februar 2007 bis Ende Dezember 2008 beim Oberlandesgericht in Hamm das Dezernat für Notarangelegenheiten zu leiten. Seit Januar 2009 war sie Vizepräsidentin des Landgerichts Dortmund.

Michael Kunz

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