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140 Zeichen bringen es auf den Punkt

19.01.2010 | 18:11 Uhr

Siegen. Sean Kollak (35) und Makus Möller (31) sind Minimalisten. 140 Zeichen geben sie den Nutzern ihrer Internet-Plattform „Twick.it”.

Sean Kollak(li), Projekt-Manager, und Markus Möller, Software-Entwickler, haben die Erklärmaschine Twick.it entwickelt. Mit 140 Zeichen werden dort Ausdrücke und Begriffe erklärt.

Die sollen damit Dinge erklären wie Fußball, Siegerland oder Damenbart – und das eben äußerst kurz. „Eine Erklärmaschine von Allen für Alles” nennen das die beiden Entwickler, die in einer Siegener Werbeagentur arbeiten und weltweit die ersten mit einem solchen Ansatz sind.

In der Praxis sieht das so aus: Nutzer „Guenthers”, der sich kostenlos registriert hat, versteht unter dem Ausdruck Fußball „Ballsport mit 2 Mannschaften (je 11 Spieler), die versuchen einen Ball so oft wie möglich (in 90 Minuten) ins gegnerische Tor zu schießen”. Wer diese Erklärung für schlüssig und gut hält, kann sie – übrigens ohne sich zu registrieren – positiv bewerten. Sie klettert dann entsprechend weit nach oben im Twick.it-Feld Fußball. Ist man damit nicht zufrieden, beurteilt man die Erklärung schlecht. Dann rutscht sie nach unten. Oder aber man schreibt selbst eine neue Erklärung.

Schnelligkeit der kleinen „Häppchen”

Das Konzept von „selbst schreiben” und „selbst bewerten” ist das Herzstück der Erklärmaschine. Das und die Schnelligkeit der „Informationshäppchen” grenzten die Mitmach-Enzyklopädie von Wikipedia ab. „Wir haben keine seitendicke Relevanzbestimmungen”, sagt Sean Kollak, „bei uns gibt es nur zwei Regeln: Verstoße nicht gegen geltendes Recht und bringe es auf den Punkt.”

Knapp 400 User machen seit gut zwei Monaten mit und haben inzwischen rund 6000 Beiträge verfasst. Software–Entwickler Markus Möller hofft auf mehr: „Je mehr dabei sind und je größer Twick.it wird, desto besser.” Mindestens 50 000 Erklärungen sollen es bis zum Jahresende sein.

Großes Entwicklungspotenzial sehen beide in den mobilen Anwendungsmöglichkeiten. IPod-Applikationen oder SMS könnten die Instant-Informationen jederzeit und überall verfügbar machen. „Das wäre auch für einen Investor interessant”, sagte der 31-Jährige, „ und wir haben noch einige Ideen mehr im Hinterkopf.”

Die Seite finden Sie im Netz unter: www.twick.it

Jens Plaum

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