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Plötzlicher Kindstod

Aktion „Sicherer Babyschlaf“ geht weiter

15.06.2012 | 18:00 Uhr
Aktion „Sicherer Babyschlaf“ geht weiter
Aktion ,Sicherer Babyschlaf': (v. li.) Dr. Jürgen Schwickerath und Thomas Klur (Martinus-Hospital), Ramona Wollenweber und Stephanie Stamm (Sparkasse), Stationsschwester Annette Bischopink mit dem kleinen Levi, Dirk Rumpff (Provinzial) und Ralf Wildraut (Volksbank).

Olpe/Lennestadt.   Die genaue Ursache für den plötzlichen Kindstod kennt bis heute niemand. Aber, so Dr. Jürgen Schwickerath, Chefarzt der Frauenklinik am Olper Martinus-Hospital: „Führende Mediziner haben Risikofaktoren ermittelt.“ Und wer hier vorbeuge, könne das Risiko um 50 Prozent senken.

An diesem Punkt haben sich jetzt die Sparkassen und Volksbanken im Kreis Olpe, die Rumpff und Lichnog Provinzial-Versicherungen, die Unternehmen ,Hipp’ (Babynahrung), ,Hensel’ (Lennestadt) und Behle (Kirchhundem) engagiert, um eine Aktion mit etwa 5 500 Euro zu unterstützen, die bereits seit 2011 in den Krankenhäusern der Katholischen Hospitalgesellschaft Südwestfalen in Olpe und Lennestadt läuft. Alle Eltern von Neugeborenen der beiden Krankenhäuser erhalten einen Babyschlafsack, mit dessen Hilfe das Risiko des plötzlichen Kindstodes reduziert werden soll.

Statistische Erkenntnisse

Hintergrund: Beruhend auf Befragungen und Statistiken, so das Martinus-Hospital, sei zu empfehlen, das Baby im eigenen Bett ohne Kissen und Mütze schlafen zu lassen und das Zimmer bis maximal 16 bis 18 Grad zu heizen. Darüber sei eine rauchfreie Umgebung sowie das Stillen in den ersten sechs Monaten wichtig. Entscheidend sei die Schlaflage. Dr. Jürgen Schwickerath: „Das Baby sollte vom ersten Tag an in einem passenden Schlafsack immer auf dem Rücken schlafen. Damit ist eine ungehinderte Luftzirkulation gewährleistet.“

Fotomodell Levi ganz gelassen

Im Martinus-Hospital ließ es sich gestern der gerade mal vier Tage alte Levi gefallen, sich seinen gesponserten Schlafsack überstreifen zu lassen. Und Mutter Natascha willigte ein, dass ihr Kleiner sogar Fotomodell für die Sponsoring-Aktion spielen durfte. Was er auch ganz gelassen über sich ergehen ließ.

Eltern begeistert

Annette Bischopink, Stationsleiterin der Kinderklinik in Olpe, berichtete davon, dass die Eltern ganz begeistert seien über die Aktion „Sicherer Babyschlaf“.

Wie lange weitere Schlafsäcke zur Verfügung gestellt werden können, hängt jetzt natürlich von der Anzahl der Neugeborenen ab. Oder davon, dass sich nach einer gewissen Zeit wieder Sponsoren finden, die noch einmal ,grünes Licht’ für eine ,Verlängerung’ geben. Gründe gibt es genug: Immer noch stirbt in Deutschland fast täglich ein Baby am plötzlichen Kindstod.

Josef Schmidt



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