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Oans, zwoa, Vegas!

16.02.2012 | 11:00 Uhr
Oans, zwoa, Vegas!
Haben ein Engagement in Las Vegas: Die Ruhrpottsteirer aus Moers. Foto: Vanessa Casas/Hobräuhaus Las Vegas

Moers/Las Vegas.  Die Ruhrpottsteirer haben im Hofbräuhaus der Spielerstadt als „February-Band“ den Auftritt ihres Lebens.

Sie sind in Las Vegas, genießen das Klima mit angenehmen 25 Grad und verbringen ihre Abende im Hofbräuhaus. Das Leben der Moerser Ruhrpottsteirer – eine einzige Gaudi? „Toll ist es schon, auf einer Bühne in Las Vegas zu spielen“, sagt Akkordeonist Markus Rupar. „Aber puh, es ist auch harte Arbeit.“

9.30 Uhr, daheim in Moers beginnen wohl viele Berufstätige die Frühstückspause. Derweil sitzt Markus Rupar im T-Shirt auf seinem Zimmer. „Terrible’s Hotel“, Hotel des Schrecklichen heißt die Unterkunft. „Keine Sorge, der Name ist nicht Programm“, schmunzelt der 37-Jährige am Telefon. „Alles picobello hier.“

Bei Markus ist es eine halbe Stunde nach Mitternacht. Rupar, Holger Jeske und Franz Engeling, zusammen die „Original Ruhrpottsteirer“, haben vor einer guten halben Stunde ihren Auftritt beendet.

Seit dem 1. Februar bildet das Trio die Hauptgruppe im Hofbräuhaus von Las Vegas. Heißt praktisch: Jeden Abend spielen die Jungs sechs Stunden ihre Oberkrainer Musik und amerikanische Westernsongs, täglich bis zum 29. Februar, so lange geht das Engagement.

Oberkrainer Musik und Westernsongs

Im letzten Jahr hatte ein Künstler-Agent die Truppe auf einem Volksmusik-Festival in Tirol entdeckt – und prompt für die amerikanische Kopie des Münchener Hofbräuhauses in Las Vegas als „February-Band“ verpflichtet. „Hier ist alles anders“, erzählt Rupar. „Wenn wir zu Hause auftreten, gehen wir mit dem ersten Takt auf Stimmung. Hier in Vegas müssen wir von 17 bis 20 Uhr zurückhaltender spielen, damit die Gäste in Ruhe essen und reden können. Das Management gibt das so vor.“ Auch das Umlegen des Schalters auf „Stimmungsmodus“ ist genau durchgeplant: „Um halb acht spielen wir den Ententanz, die Kellner tanzen übrigens dazu.“

Punkt acht Uhr stimmen die Ruhrpottsteirer die amerikanische Nationalhymne an: „Die meisten Besucher stehen dann auf und singen mit.“ Es folgen „Sweet Caroline“ und „Ring of Fire“, und dann – endlich – geht die Post ab mit Oberkrainer Musik. Bis 23 Uhr stehen Markus, Holger und Franz auf der Bühne in der Brauhaus-Schwemme, freitags und samstags sogar bis 24 Uhr. „Vorige Tage waren um diese Zeit noch 80 Japaner da“, sagt Rupar, „so haben wir bis 2 Uhr nachts verlängert.“

Zehn Minuten brauchen die drei zum Hotel, trinken noch ein Bierchen, bevor geschlafen wird. „Wir sind morgens zeitig auf, damit wir uns Las Vegas anschauen können“, so Rupar. „Die Stadt ist ein einziges Casino, gigantisch.“ Sie wollen sich nichts entgehen lassen.

„Das erlebst du nur einmal“

Nicht mehr lange, dann hat sie der Alltag zurück. Als Musiker sind sie Halbprofis, alle haben „richtige“ Vollzeit-Berufe und sind den Chefs und Kollegen dankbar, dass sie vier Wochen am Stück Urlaub erhalten haben. Markus Rupar ist Buchhalter und weiß genau, wie es nach dem Hofbräuhaus weitergeht: 29. Februar letzter Auftritt, 1. März Rückflug, 2. März Buchhaltung in der Firma in Homberg. „Ja, das ist anstrengend“, sagt Rupar: „Aber egal, vier Wochen lang die Hauptband im Hofbräuhaus von Las Vegas – das erlebst du nur einmal.“

www.ruhrpottsteirer.de www.hofbraeuhauslasvegas.com

Musikanten-Karussell

Auch die Moerser Fans der Original Ruhrpottsteirer können die Band bald wieder sehen und hören, und zwar am 17. März um 20 Uhr im Kulturzentrum Rheinkamp. Außer dem Trio selbst sind die Fidelen Musikanten und Astrid Harzbecker, Gewinnerin des Grand Prix der Volksmusik mit von der Partie. Karten für 14 Euro im Vorverkauf gibt es unter Tel. 02841/ 42 910.

Thomas Wittenschläger


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