Alle wollten unter Tage
17.06.2012 | 18:22 Uhr 2012-06-17T18:22:00+0200
Kamp-Lintfort. Das Bergwerk West hatte zum Tag der offenen Tür ein pralles Programm gestaltet. Der Renner waren die Grubenfahrten. Es gab aber nur 500 Plätze. „Wir hätten auch 5 000 verkaufen können“, erklärt Ingo Junga, Öffentlichkeitsarbeiter beim Bergwerk, dazu.
Aber aus technischen Gründen waren nicht mehr möglich. Doch es gab ja auch noch reichlich Alternativen: Abseilübungen der Grubenwehr, Dampflokfahrten Richtung Pattberg, auch viel Kinderunterhaltung. „Wir hatten sogar das Grubenwehrhaus mit Übungsstrecke geöffnet. Manche von den Kleinen sind da fünf Mal durch, die waren nachher richtig geschafft und auch dreckig.“ Da sahen sie dann fast aus wie kleine Bergleute.
Grubenwehrlauf mit toller Beteiligung
Dirk Sprenger von der Grubenwehr führte am Samstag mit seinen Kollegen Abseilübungen aus 22 Meter Höhe vor. Am Sonntag war er auch beim 10,4 km-Lauf dabei. Sein Kommentar: „Die Strecke war für mich o.k.“ Seine Frau Kirsten hatte am Samstag zwei Stunden lang im Regen ausgeharrt. „Aber heute ist das Wetter zum Glück prima“, lachte sie, während die Familie mit den Kindern Eva und Felix am Sonntagmittag ganz entspannt zur Siegerehrung des Grubenwehrlaufs schlenderte.
„Das gibt’s nur einmal, das kommt nicht wieder...“, sangen schließlich die erfolgreichen Läufer der Grubenwehr Bergwerk West, unterstützt vom ganzen Festsaal. Grund zum Feiern gab es genug, die 63 Läufer starke Truppe um Michael Kreidler, Oberführer der Grubenwehr, konnte neben diversen Einzelpreisen auch den Wanderpokal für die beste Beteiligung beim 64. Grubenwehrlauf in Empfang nehmen.
Kreidler freute sich über die tolle Leistung: „Es hätte nicht besser laufen können. Wir haben ein Jahr Vorbereitung gemacht mit 10000-Meter-Lauf jeden Montag. Das war jetzt der erste Grubenwehrlauf hier bei uns. Aber auch der letzte“, klang ein bisschen Wehmut mit.
Die Preisverleihung wurde von einem bekanntem Reviersportmann geleitet. „Das ist mein zweiter Grubenwehrlauf“, erklärte Moderator Manni Breuckmann, wobei er augenzwinkernd vermutete: „Ich habe so etwas schon 2009 einmal auf Auguste-Victoria moderiert und war daher wohl qualifiziert.“
Mehr als 800 Läufer waren am Start. Louisa Ball aus Ahlen und Raffael Kostoglou aus Bonn waren extra zum Grubenlauf angereist. 75 Jahre alt ist Sportsmann Herbert Meier, der als Gast mitgelaufen ist – und zwar „außerhalb jeder Wertung!“ Aber immerhin im Mittelfeld.
Werksleiter Karl-Heinz Stenmans, der selbst auch beim Grubenwehrlauf mitgemacht hat, meinte zum Festwochenende: „Super gelaufen, störungsfrei, gut besucht, nie überfüllt, alles gut angenommen.“
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