Das aktuelle Wetter Meschede 9°C
Nachrichten aus Meschede, Eslohe, Bestwig und Schmallenberg

Reden über ein Tabu: In Würde sterben

05.06.2007 | 11:20 Uhr

Eslohe. "Bei allen Entscheidungen am Lebensende liegen wir immer richtig, wenn wir das tun, was unser Patient will" - so das Resümee des Vortrags von Dr. Eugen Engels bei der Kolpingsfamilie Eslohe.

Das Thema "Vorsorgeverfügungen" hatte viele Zuhörer angezogen, die sich informieren wollten, wie man vorsorglich seine Betreuung und Behandlung nach seinen Wünschen gestalten kann. Und mit Engels - Vorsitzender des Ethikrates der Ärztekammer Westfalen-Lippe - stand ein kompetenter Referent zur Verfügung.

Das Sterben, so hatte Heinz Bösing, Leiter der Kolpingsfamilie, in seiner Begrüßung gesagt, sei heute tabuisiert. Erst recht davon betroffen seien Überlegungen, wie sie wohl jeder einmal anstellt: Was geschieht, wenn ich nicht mehr selbst entscheiden kann? Werde ich an Schläuchen dahinvegetieren müssen? Wie kann ich für mich selbst ein Sterben in Würde erreichen?

Entscheidungsunfähigkeit, so führte Engels aus, kann jeden treffen. Jeder kann sich aber durch Vorsorgeverfügungen vor einsamem Sterben an Schläuchen schützen, wenn er Behandlungswünsche für den Fall einer Entscheidungsunfähigkeit festlegt. Neben der Betreuungsverfügung stellte Engels die Vorsorgevollmacht vor; eine Möglichkeit, einer Vertrauensperson für den Fall der Betreuungsbedürftigkeit Handlungsvollmacht zu erteilen.

An Fallbeispielen machte Engels deutlich, wie schwer es ist, Entscheidungen für den Patienten zu treffen - für den Arzt wie für die Angehörigen. Dadurch wurde auch klar, wie wertvoll dann aber eine Patientenverfügung sein kann: Der Wille des Patienten wird detailliert festgehalten, angefangen mit Aussagen zur Wiederbelebung, zur Schmerztherapie, zur Beatmung, bis hin zur Organspende.

Hausarzt kann bei Verfügung helfen

Aber Engels gab auch zu bedenken, dass in der Patientenverfügung viele weitreichende Entscheidungen getroffen werden, deren Tragweite der Patient häufig nicht überschauen kann. Daher empfahl Engels, bei der Abfassung seinen Hausarzt zu Rate zu ziehen. Ein weiterer wichtiger Punkt in seinem Vortrag waren die juristischen Details, die bei der Abfassung von Vorsorgeverfügungen zu beachten sind.

Kommentare
Funktionen
Aus dem Ressort
Kampf gegen die Drogensucht
Prävention
Patienten der Fachklinik Fredeburg erzählen von ihrer Cannabis-Abhängigkeit und warnen vor einer möglichen Legalisierung.
Und wieder verschwinden Hortensien
Mysteriöse Serie
Es sind wieder Hortensien abgeschnitten worden - und niemand weiß, wer dahinter steckt. Der Polizei graut es schon vor massenhaften Anzeigen, die zu...
Vorbereitung auf ein Musical der Rekorde
Musical
Das, was dort oben auf der Bühne geschieht, macht schon nach wenigen Minuten gute Laune: Mit viel Freude und ebenso viel Engagement bereitet sich die...
Kitz-Retter von Eversberg
Tiere
Sie sehen aus wie bunte Vogelscheuchen, sollen in diesem Fall aber Rehe erschrecken. Kinder der Grundschule Wehrstapel-Eversberg bauten sie, um in der...
Ramsbeck verliert immer mehr Einwohner
Demografie
Ramsbeck ist der große Verlierer des demografischen Wandels in der Gemeinde Bestwig - zumindest, wenn es um die Zahl der Einwohner geht.
Fotos und Videos
Schmallenberg von oben
Bildgalerie
Aus der Luft
Meschede von oben
Bildgalerie
Aus der Luft
Eslohe aus der Luft
Bildgalerie
Von oben
Notfall-Übung
Bildgalerie
Fotostrecke
article
1971747
Reden über ein Tabu: In Würde sterben
Reden über ein Tabu: In Würde sterben
$description$
http://www.derwesten.de/wr/staedte/nachrichten-aus-meschede-eslohe-bestwig-und-schmallenberg/reden-ueber-ein-tabu-in-wuerde-sterben-id1971747.html
2007-06-05 11:20
Nachrichten aus Meschede, Eslohe, Bestwig und Schmallenberg