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Matthias Rensing ist Deutscher Meister mit dem Zweispänner im Holzrücken

28.06.2012 | 11:00 Uhr
Matthias Rensing ist Deutscher Meister mit dem Zweispänner im Holzrücken
Matthias Rensing aus Schmallenberg-Nordenau ist mit dem Zweispänner Deutscher Meister im Holzrücken. Foto: WP

Nordenau.   Matthias Rensing ist überzeugt, dass Holzrückepferde in vielen Bereichen den Harvestern überlegen sind. Er kennt sich mit solchen Tieren aus. Der 56-Jährige aus Nordenau bei Schmallenberg ist Deutscher Meister im Holzrücken mit dem Zweispänner.

„Okay!“, „Brr!“ „Ha!“, Hotti!“ und „Zurück!“ - es sind nur fünf Kommandos, die Matthias Rensing braucht - aber damit führt er seine Pferde Mira und Marie zentimetergenau durch den Wald, während sie kiloschwere Baumstämme schleppen. Eine Leistung, die jetzt auch nationale Anerkennung fand. Der 56-Jährige ist Deutscher Meister im Holzrücken mit dem Zweispänner.

Im Rahmen der KWF-Tagung, der weltgrößten Forstmesse des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik, in Baden-Württemberg hat er diesen Titel, der zum ersten Mal offiziell ausgelobt wurde, gewonnen. Das Holzrücken ist allerdings ein Lebensthema des gebürtigen Nordenauers. Schon als Jugendlicher ging er mit seinem Großvater in den Wald, um Holz zu rücken. Seit 1989 bewirtschaftet der Diplom-Agraringenieur wieder den elterlichen Betrieb, „als Erstes habe ich mir ein Pferd gekauft.“

Seit 1995 hauptberuflicher Holzrücker

Seit 1995 rückt er im Nebenerwerb Holz, seit fünf Jahren hauptberuflich. Er ist überzeugt: „Bei vielen Arbeiten ist das Pferd den großen Maschinen deutlich überlegen.“ Seine Konkurrenten sind Vollernter, so genannte Harvester, bis zu 25 Tonnen schwere Geräte, die die Bäume fällen, entasten und teilen. Dabei legt der Harvester die abgeschnittenen Äste vor sich, um auf dem oft durchweichten Untergrund einen festen Stand zu erhalten.

Breite Gassen werden in den Wald geschlagen

Rensing hält davon nichts: „Der Boden in den Rückegassen ist biologisch nahezu tot. Und auf diesen inaktiven Boden werden die gesamten Zweige und Äste abgelegt und damit dem notwendigen Nährstoffkreislauf im Wald entzogen.“ Er sagt: „ Es dauert Jahrzehnte, bis sich der Boden regeniert, und das auch nur, falls er nicht mehr befahren wird. Ganz abgesehen davon, dass man in den 70 Zentimeter breiten Furchen in unseren feuchten Sommern baden kann.“ Hinzu komme, dass breite Gassen in den Wald geschlagen werden müssen, damit die Maschinen an die Bäume heranreichen. Rensing: „Waldbesitzer opfern so nahezu ein Viertel ihrer Waldfläche für die Gassen.“

Rückepferd arbeitet auf Zentimeter genau

Für das Rückepferd, das auf Zentimeter genau arbeiten kann, müssen nur alle 40 bis 60 Meter Rückegassen angelegt werden, statt alle 20 Meter wie beim Harvester. Waldarbeiter schlagen das Holz, Pferde ziehen es auch über steiles und unwirtliches Gelände bis an die Wege, von wo aus es bei trockenem Wetter von Lkw abtransportiert werden kann. „Auch wenn es wie aus Eimern schüttet und der Wald aufgeweicht ist, verursachen Pferde keine Bodenschäden“, sagt Rensing.

Unverkäufliche Arbeitskameraden

Zu ihnen hat Rensing ein besonderes Verhältnis. „Das sind Arbeitskameraden“, sagt er. „Und unverkäuflich.“ Vier Pferde hält er zurzeit, die sich im Laufe eines Arbeitstages abwechseln. „Die Tiere arbeiten gern, sie mögen die Aufgabe“, sagt er. Was man schon daran erkennen könne, dass sie sofort parat stehen, wenn er morgens auf der Weide steht und pfeift. Und selbst wenn sie keine echten Turnierpferde sind, genießen sie den Wettbewerb. „Vor allem Mira“, schmunzelt Rensing. „Das ist eine richtige Blondine. Die schüttelt dann mit der Mähne als wenn sie sagen wollte. ,Wartet ab, euch zeige ich es jetzt!’“.

Ute Tolksdorf



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