Das aktuelle Wetter Meschede 15°C
Nachrichten aus Meschede,...

Kinderpornografie in Abtei gefunden?

05.11.2008 | 18:42 Uhr

Meschede. (ede) Die Staatsanwaltschaft Arnsberg ermittelt zur Zeit gegen "einen Angehörigen" der Abtei Königsmünster. Er wird verdächtigt, sich kinderpornografisches Material beschafft und besessen zu haben. ...

Blick von der Mescheder Innenstadt hinauf zum Klosterberg. Hat hier ein Angehöriger der Abtei Königsmünster kinderpornografisches Material besessen? (WR-Foto: Jörg Fröhling)

... Das Gymnasium der Benediktiner, dessen Schulträger die Abtei ist, richtet sich unterdessen auf Anfragen besorgter Eltern ein.

Wie Oberstaatsanwalt Josef Hempelmann gestern mitteilte, habe es wegen des Verdachts eine gezielte Durchsuchung in der Abtei gegeben - laut Mescheder Polizei vorgenommen von Beamten mit Spezialgebiet Computer-Kriminalität. Sie hätten im Raum des Beschuldigten auch einen PC sichergestellt.

Im Rahmen der Aktion seien diverse Gegenstände beschlagnahmt worden, so Hempelmann weiter. Deren Auswertung werde voraussichtlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Weitere Angaben zu den laufenden Ermittlungen wollte die Staatsanwaltschaft gestern nicht machen - weder zur Person des Verdächtigen noch dazu, wie die Ermittlungen ins Rollen gekommen sind.

Abt: "Entschiedener Wille zur Aufklärung"

 

 

"Der erhobene Verdacht und die staatsanwaltlichen Untersuchungen haben bei dem Verdächtigen, der Klosterleitung und in der Gemeinschaft der Mönche tiefe Betroffenheit und zugleich den entschiedenen Willen zur Aufklärung ausgelöst", sagte gestern Abt Dr. Dominicus Meier OSB, der das Kloster leitet. "Deshalb ist eine vorbehaltlose Kooperation mit der Staatsanwaltschaft selbstverständlich." Waren im Zusammenhang mit dem Vorfall womöglich Kinder oder Jugendliche gefährdet? Diese Frage beantwortet der Abt mit einem klaren "Nein".

Klar, dass die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gestern auch im Gymnasium der Benediktiner ein Thema waren - sowohl im Lehrerkollegium wie auch unter den Schülerinnen und Schülern. Die Abtei Königsmünster ist Träger der Schule, gleich neben der Abtei gelegen. Schulleiter Heinz-Jürgen Plugge betonte im WR-Gespräch, dass sich der Vorfall auf die Abtei beziehe, das Gymnasium also nicht direkt von der Angelegenheit betroffen sei.

Zu Fragen der Schüler zum Thema habe die Schulleitung gestern bereits Rede und Antwort gestanden, berichtete Plugge. Anfragen besorgter Eltern lägen bislang noch nicht vor. Allerdings, so Plugge weiter, könnten weder die Schulleitung noch die Lehrer mehr über den Vorfall sagen, als ohnehin schon den Medien zu entnehmen sei. Der Schulleiter hofft, dass die Spekulationen dennoch nicht ins Kraut schießen: "Damit ist niemandem gedient." Vielmehr müsse es in dieser "schwierigen Situation" darum gehen, "dass die Sache aufgeklärt wird".

Natürlich gehöre die Auseinandersetzung mit dem Thema Kinderpornografie grundsätzlich auch in den Unterricht, so Schulleiter Plugge. Es müsse im Bereich der Medienerziehung angesprochen werden. Ob der aktuelle Vorfall aber als Anlass dafür dienen könne und solle, bezweifelt der Pädagoge.

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/1158674/create

Aktuelle Fotos und Videos
Schützenfest Oberhenneborn
Bildgalerie
Kieserling König
Schützenfest Bremke
Bildgalerie
"Schmiede" Schulte
Schützenfest Heringhausen
Bildgalerie
Bathen trifft
Schützenfest Olpe
Bildgalerie
König Karbon
Aus dem Ressort
Einfach so durchs Klassenzimmer stromern
Schulhund
Er darf das. Gerade hat er eine ganze Englischstunde komplett verschlafen. Schließlich ist „Caillou“ erst 22 Wochen alt – und schon in der Jakobus-Grundschule. Für Nicole Wolf, Rektorin in Remblinghausen, steht das Experiment mit „Caillou“ zwar noch ganz am Anfang. Aber sie hat schon gemerkt: „Er...
Foto
Niederländisches Recht, englischer Besitz und deutsche Ohnmacht
Der Fall Hertie
Sprechen statt enteignen – darauf läuft zugespitzt die Politik der Stadt Meschede im Fall Hertie hinaus. Bürgermeister Uli Hess verteidigte diese Strategie im Hauptausschuss. Eine Enteignung, von der SPD jetzt als letztes Mittel ins Spiel gebracht, lehnte er völlig ab: „Nicht bei einer...