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Musik-Märchen

Spannende Jagd mit Peter

14.06.2012 | 07:00 Uhr
Spannende Jagd mit Peter
"Peter und der Wolf" im Kulturhaus

Lüdenscheid. Die Oboe leiht der aufgeregt schnatternden Ente ihre Stimme. Liebliches Vogelzwitschern und ängstliches Flügelflattern finden im Gesang der Flöte ihren Widerhall. Zu Hörnerklang und kräftigen Pauken/Trommelschlägen, die lautmalerisch Gewehrschüssen nahe kommen, gehen die Jäger auf die Jagd.

Musikalisches Märchen

Das bekannte Motiv des kleinen Peter, der mit seinem Großvater idyllisch auf dem Lande lebt, stimmen die Streicher an. Jeder weiß, welches musikalische Märchen sich hinter dieser Zuordnung von Instrumenten, Tieren und Figuren verbirgt. Eingängig und leicht verständlich führt Sergej Prokofjews „Peter und der Wolf“, gestern dreimal – jedes Mal ausverkauft – im Kulturhaus zu sehen, Kinder an die Klangfarben eines großen Sinfonieorchesters und Spielarten musikalischer Darstellung heran.

Mehr als 1500 kleine und große Zuschauer erlebten mit dem Jugendsinfonieorchester der Musikschule und Viertklässlern der Tinsberger Schule, die Prokofjews Märchen spannend, farbenfroh und fantasievoll auf die Bühne brachten, einen zauberhaften Theaterspaß.

Unter Leitung von Karin Zabel lieh das Jugendsinfonieorchester der Musikschule, das mit auf der Bühne (und nicht im Orchestergraben) saß, den Figuren des Stücks eine Stimme. Durch das Fagott warnte der brummige Großvater vor dem bösen Wolf. Die Katze schlich sich auf leisen Sohlen - den schleichenden Gang imitierte die Klarinette - vergeblich an den flinken Vogel heran. Die Hörner signalisierten die vom Wolf ausgehende Gefahr. Verstärkt durch fortgeschrittene und ehemalige Schülerinnen und Schüler, die die anspruchsvollen Solopartien mit Bravour meisterten, arbeitete das junge Orchester die Leitmotive der Figuren anschaulich heraus. Parallel zur farbenreichen Musik erweckten die Grundschüler vom Tinsberg die Märchenhandlung szenisch zum Leben.

Reizende Kostüme

In reizenden Kostümen ließen die Viertklässler Peters großes Abenteuer mit dem gefräßigen Wolf, der die Ente in seiner Gier mit Haut und Haaren verschlang, gelingen. Federführend zeichnete Tadi Ortolf, von der die Idee zur Aufführung von „Peter und der Wolf“ ausging, für die gelungene Einstudierung verantwortlich. Vier Sprecher –mit Zylinder und schwarzen Jacken fein herausgeputzt – führten durch das Geschehen und ließen das Handlungsgerüst des Märchens erstehen. Pantomimisch setzten die kleinen Darsteller das gesprochene Wort samt dazugehöriger Musik in heitere, poetische und spannende Szenen um. Unbekümmert wie in seinem musikalischen Leitmotiv hüpfte Peter, der den Wolf am Ende lebend fing, auf der Bühne herum. Die Ente fühlte sich in ihrem von Kinderhand bewegten Teich pudelwohl. Optisch lebte die Inszenierung von fantasievollen Kostümen und aufwändigen, selbst gebauten Kulissen wie dem Häuschen des Großvaters, dem beim Triumphzug tanzenden Wald, Sträuchern und Teich. Ein Raunen ging durch die Reihen, als der grimmige Wolf – mit seiner Wolfsmaske Furcht einflößend anzusehen – auf der Bildfläche erschien.

Monika Salzmann

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2012-06-14 07:00
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