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Preiswert leben in Lüdenscheid

27.05.2009 | 13:23 Uhr

Immer wieder mittags schlemmen die Emdes im Möbelhaus. Täglich. Seit drei Jahren. „Für das Geld kann ich nicht selbst kochen”, sagt die 80-jährige Elisabeth Emde. Wie, wo und wann man in der Bergstadt noch preiswert lebt, zeigt die WR.

Samstag

Bei Sonneborn gibt's nicht nur Mittagessen. „Gerade am Samstag tummeln sich bei uns die Familien”, sagt Restaurant-Betreiberin Hildegard Brandenburg. Beim All-You-Can-Eat-Frühstück für 5,90 Euro kann man soviel essen, wie in den Magen passt. Kleiner Wermutstropfen: Ab der zweiten Tasse muss der Kaffee bezahlt werden, ein Glas O-Saft ist allerdings im Preis enthalten. Eine junge Familie kann daraus auch ein Event machen. Denn im Kinderland werden sogar die Kinder kostenlos betreut. Nach dem ausgiebigen Frühstück lohnt die Fahrt in die Innenstadt. Denn: „Am Samstag, da geben wir richtig Gas”, sagt Obst- und Gemüsehändlerin Kordula Schmidt auf dem Wochenmarkt: Erdbeeren für 2 Euro pro Schale, 10 Rosen für 5 Euro – eine Regel gibt es indes nicht. „Es kommt darauf an, was wir noch da haben. Richtig günstig wird es ab 13 Uhr und bei Regen”, so die Marktfrau. Ihr Genegnüber, ein Bauer, möchte da nicht einstimmen. Er fragt: „Arbeiten Sie denn mittags für die Hälfte?” Viele Lüdenscheider kämen ganz gezielt gegen 13 Uhr, um die günstigen Preise zu zahlen.

Sonntag

Sonntags haben die Geschäfte geschlossen, bis auf die kleinen Büdchen. Wer in der Knapper Straße 65 den Kiosk besucht, der bekommt einen frisch gemahlenen, duftenden Kaffee für 70 Cent. Und zwar täglich bis 3 Uhr in der Früh.

Gegen Mittag lohnt ein Besuch im japanischen Restaurant San Su Tei im Forum am Sternplatz 2. An jedem zweiten Sonntag im Monat (als nächstes am 14. Juni, 13 bis 22 Uhr) ist dort Sushi-Buffet-Tag. Sparen auf hohem Niveau heißt es, wenn Sushi satt für 17,80 Euro übers Rollband laufen. Die 18 Plätze an dem typischen Band sind regelmäßig prall gefüllt. „Die Leute stehen gar nicht mehr auf”, sagt Inhaberin Soon Young Lee. Die 45-Jährige macht die Sushi dann ganz frisch im Akkord und platziert sie auf bunten Tellern, die sonst den Preis verraten: Von 1,40 (orange) bis 4,40 (lila) für zwei Sushi.

Montag

Wenn das Sushi-Band ab 22 Uhr still steht, ist das Wochenende schon fast vorüber und der Montag naht – Spartag ausgerechnet beim Frisör in der Thünenstraße 5. Martina Nachtigall nimmt montags für den Herren-Haarschnitt 10 Euro. Fönen und Stylen ist auch im Preis. Kundin Paula Weitze zahlt den Damentarif von 12,50 Euro. Das sei preiswert, ja. Aber die 1-Euro-Jobberin gibt zu bedenken: „Dafür muss ich über 12 Stunden arbeiten.” Lohnt der Preis für die Inhaberin? „Die Konkurrenz ist groß, da muss ich was tun. Wir haben montags wenig Materialverbrauch und manche Kunden kommen in der Woche wieder”, sagt Nachtigall.

Dienstag

Auf dem Weg zur Versetalsperre steuert das Ehepaar Emde mal wieder das Möbelhaus an. „Bei uns in Schwelm geht's ja immer rauf und runter, da kann ich nicht mehr laufen. An der Verse haben wir unseren Rentnerweg, der ist eben”, sagt die Hannelore Emde. Eintopf für 3,90 Euro bietet Betreiberin Hildegard Brandenburg täglich an. Hans-Gerd Emde mag's herzhaft, er entscheidet sich oft fürs Schnitzel für 5,90 Euro. Hildegard muss leicht essen – vegetarisch ab 4,90 Euro. „Ich müsste ja immer zweimal kochen, mein Mann mag die leichte Küche ja nicht”, sagt die Schwelmerin.

Neuerdings gibt es dienstags preiswerten Kraftstoff. Marco Pöckelmann, Betreiber der freien Tankstelle an der Lösenbacher Landstraße erzählt: „Bisher war's immer der Montag, aber die Konzerne haben spitzgekriegt, dass sich die Leute darauf einstellen. Gerade verlagert es sich das auf Dienstag.” Seine Tankstelle liegt wie alle freien immer 1 Cent unter den Markenanbietern. Pöckelmanns Provision ist unabhängig vom Verkaufspreis. Den Großteil vom Umsatz machen Pöckelmanns mit Shop, Handwäsche und Flüssiggas für rund 56 Cent pro Liter. „Die Gasanlage war die beste Anschaffung meines Lebens”, sagt Pöckelmann, „die Nachfrage wird immer höher.”

Mittwoch

  

Mittwochs öffnet „alldings” seine Pforten. Seit einem Jahr verkauft Karsten Günther am alten Güterbahnhof Restposten und Trödel. Für unterschiedliche Hersteller hat er Staubsaugerbeutel für 1 Euro im Angebot. Rund 8 Euro kosten die Beutel im Supermarkt. „Ich hab' die aus einer Konkursmasse in Halver eingekauft. Eigentlich kauf' ich alles an – wenn der Preis stimmt”, sagt der ehemalige Kaufhof-Angestellte. Zurzeit gibt's Schuhe von 4,90 bis 9,90. Außerdem bietet alldings Damenhosen für 12 Euro pro drei Stück.

Donnerstag

Donnerstags hat die Verbraucherzentrale lange geöffnet. Ein guter Tag, um sich über den Wechsel des Stromanbieters zu informieren. „Viele Stadtwerke-Kunden haben den Grundversorgungstarif”, sagt Umweltberater Michael Lücker, „aber man kann kostenlos wechseln.” Zum Top Strom der Stadtwerke nämlich. Bei einem Verbrauch von 4000 Kwh sparen Sie 45 Euro im Jahr. Andere Anbieter versprechen gar Ersparnis von über 200 Euro. „Man muss aufs Kleingedruckte achten”, warnt Lücker, „die Laufzeit sollte nicht länger als ein Jahr sein und man sollte keine Vorauszahlung für ein Jahr oder länger leisten.”

Freitag

Sparen können Sie auch freitags. Beim Bücherflohmarkt etwa. Am 19. und 20. Juni ist es wieder soweit in der Stadtbücherei: 1 Kilogramm Bücher für 2 Euro, jedes weitere Kilo 1 Euro. Ein Kilo – das sind 19 Reclam-Hefte oder ein Duden. Freitag ist auch Pizzatag. Der Taco-King in der Knapper Straße 30 bietet eine 38-cm-Pizza ab 4,90 Euro – reicht für zwei Personen. Es gibt die Jumbo- zum Preis der Maxi-Pizza. Schinken-Pizza kostet 5,70, Thunfisch 6,90 Euro.

Bleibt zu klären, was die Emdes aus dem Möbelhaus am Sonntag essen hat. „Dann kochen wir etwas, meistens aus der Dose”, sagt Hildegard Emde.



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