Gerhardi-Förderpreis in Gefahr
04.06.2012 | 17:47 Uhr 2012-06-04T17:47:00+0200Lüdenscheid. Die politische Beschlusslage zur Finanzsituation der Städtischen Galerie bringt den Ida-Gerhardi-Förderpreis in akute Gefahr. Die Vorgabe, dass Ausstellungen in der Galerie zu höchstens 30 Prozent aus städtischen Eigenmitteln und zu 70 Prozent aus Fremdmitteln zu erfolgen habe, lässt sich nicht in Übereinklang bringen bei dem Gemeinschaftsprojekt von Sparkasse und Stadt Lüdenscheid, die sich die Gesamtkosten in der Vergangenheit zu jeweils 50 Prozent geteilt hatten.
Auf die Situation, die sich erstmals in diesem Jahr so stellt, machte Wolff-Dieter Theissen, Fachbereichsleiter Kultur, am vergangenen Freitag den Kulturausschuss aufmerksam.
Politik diskutiert Sonderregelung
Seitens der Sparkasse habe er Signale erhalten, dass das Geldinstitut bei der bisherigen Förderpraxis bleiben wolle. So dürften beim nächsten Ida-Gerhardi-Förderpreis, der alle zwei Jahre ausgelobt wird, rund 20 Prozent der Mittel fehlen, etwa 4000 Euro, wie die Erfahrung der letzten Jahre zeige.
Im Ergebnis werden die Parteien den Hinweis zur internen Beratung mit in die Fraktionen nehmen und überlegen, ob an dieser Stelle nicht eine Ausnahmeregelung gefunden werden könnte. Denn einen zusätzlichen Sponsor zu begeistern, dürfte angesichts der Förderstruktur schwierig werden. Ob der Hauptsponsor weiter macht, wenn beispielsweise ein weiteres Geldinstitut als Förderer mit ins Boot geholt werde, sei eher fraglich, machte Theissen in der Sitzung deutlich.
Ausgeschrieben wird der Förderpreis an junge Künstler mit Lebens- und Tätigkeitsschwerpunkt in Nordrhein-Westfalen seit 1989. Das 20. Jubiläum des Förderpreises konnte im vergangenen Jahr gefeiert werden. Dabei erfreut er sich eines guten Rufes. 92 Künstler hatten sich auf die letzte Ausschreibung beworben, 13 kamen in die engere Auswahl. Dotiert ist der erste Preis mit 5000 Euro, verbunden mit einer Produktionskostenhilfe über weitere 3000 Euro. Hinzu kommen laufende Kosten für Übernachtungs- und Fahrtkosten und die Produktion eines Katalogs. Viele der Arbeiten entstehen erst für die Ausstellung in Lüdenscheid.
11:38
Eine Ausnahmeregelung vom Haushaltssicherungskonzept?
MOMENT MAL !!!
Da fallen mir aber spontan ein Dutzend sinnvollere und wichtigere Ausnahmen im Kinder- und Jugendbereich oder der Straßenunterhaltung ein, wo man Einsparungen zurückdrehen könnte oder sollte!
Aber wir werden sehen, ob sich die selbst gut betuchte Lobby der heiligen Kuh namens "städtische Galerie" wieder einmal gegenüber den Interessen der Allgemeinheit durchsetzt und wir alle für das Hobby Weniger zahlen dürfen.
PS: Wird nicht auch in Kürze über eine Erhöhung der Kindergartenbeiträge beschlossen?
@symtexx
Das kann man prinzipiell so sehen. Aber bei der der Finanzierung von Ausstellungen zu 70 Prozent Fremd- bzw. 30 Prozent Eigenanteil geht es nicht um das aktuelle Haushaltssicherungskonzept. Die Vorgabe kam aus dem Kulturausschuss Ende 2010 oder Anfang 2011 und greift erstmalig in diesem Jahr.