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Publikum auf Mozarts Reisen nach Prag

Ganz plötzlich mitten in der Oper

26.10.2009 | 18:10 Uhr

Eng zusammen rücken mussten am Freitagabend die Besucher im Kreativhaus Schüreichhofen. Mehr als 40 Gäste erlebten in der stilvollen Atmosphäre des alten Bauernhauses einen Lichtbildvortrag der besonderen Art.

In bester Rezitatormanier nahm Rudolf Sparing seine Zuhörer mit in das Prag des 18. Jahrhunderts. Dabei schilderte er die Reisen des österreichischen Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart in die böhmische Hauptstadt so anschaulich, dass der Eindruck entstand, die Zuhörer reisten in der Kutsche mit.

Dazu trug die Computeranimation von Kurt Emil Fischer bei. Als Vorlage dienten Fischer Fotografien, die er im März dieses Jahres selbst in Prag gemacht hatte.

Je nach Textpassage zeigten sie zum Beispiel Szenenfotos einer aktuellen Figaro-Aufführung im berühmten Ständetheater am Obstmarkt oder gewährten Einblick in die Villa Bertramka. Impressionen von der Stadt an der Moldau rundeten schließlich die Fotoreihe ab.

„Hier wird von nichts gesprochen als vom Figaro”, sagte Sparing zu Beginn und nannte Mozart den Vorläufer heutiger Popstars, der sich in Prag feiern ließ. „Er segelte auf den Wogen des Erfolges”, erzählte Sparing, „die Wärme und Herzlichkeit, mit der die Prager Mozart entgegen kamen, waren aufrecht und wahr.”

Dreimal reisten Wolfgang Amadeus und Konstanze Mozart nach Prag. In Wien, so erfuhren die Gäste, wurde die Oper „Die Hochzeit des Figaro” wegen ihrer sozialkritischen Tendenz beim adeligen Publikum mit Zurückhaltung aufgenommen. In Prag hingegen wurde das Stück begeistert gefeiert. Auf der Leinwand erschienen Bilder des Theatersaals. „Bis 1918 wurden im Ständetheater überwiegend deutschsprachige Aufführungen gezeigt”, informierte Sparing, während aus dem Lautsprecher Ausschnitte aus der Oper erklangen. Auf diese Weise nahm Sparing sein Publikum direkt mit hinein in die Operndarbietung. Konzentriert lauschten die Zuhörer kurz darauf den Klängen der Prager Symphonie, während auf der Leinwand historische Sehenswürdigkeiten gezeigt wurden. „Briefe an Freunde und Verwandte spiegeln Alltäglichkeiten wider – wie heutige E-Mails”, zog Sparing einen Vergleich.

„Ganz Prag fieberte der Uraufführung des Don Giovanni am 29. Oktober 1787 entgegen”, sagte Sparing, der auch Recherchen über Ereignisse am Rande der Aufführung durchgeführt hatte. „Die Musiker spielten eine Ouvertüre, die sie nie zuvor gesehen hatten”, fügte er hinzu und resümierte: „Die Reaktionen auf die Erstaufführung waren überwältigend.” Mozart habe die Chance, in Prag ein Zuhause zu finden, nicht genutzt, bedauerte der Rezitator, der mit viel Beifall belohnt wurde.

Ursula Dettlaff



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