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Realitätsnahe Theatersatire mit einer guten Portion Sarkasmus

22.05.2012 | 17:04 Uhr
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Realitätsnahe Theatersatire mit einer guten Portion Sarkasmus
Die Lokale Agenda in Lenenstadt servierte in Meggen eines der besten Polittheater Deutschlands anlässlich der Beschlüsse der UN-Konferenz „Umwelt und Entwicklung“ in Rio vor 20 Jahren und der Gründung der Lokalen Agenda vor zehn Jahren.

Meggen. Ort des Geschehens ist auf den ersten Blick eine Traditionsgaststätte irgendwo in Deutschland, erkennbar an den Outfits der Schauspieler. Die Gerätschaften einer üblichen Küche sind begrenzt und falls vorhanden werden sie im Verlauf des Stücks „So heiß gegessen wie gekocht“, das die Berliner Compagnie am Sonntag im Pädagogischen Zentrum auf die Bühne brachte, zu Musikinstrumenten umfunktioniert.

Eines der besten Polittheater Deutschlands servierte die Lokale Agenda anlässlich der Beschlüsse der UN-Konferenz „Umwelt und Entwicklung“ von Rio vor 20 Jahren und ihrer Gründung vor zehn Jahren.

Zum Inhalt: In dem Restaurant läuft es nicht rund. Die Gäste bleiben aus, den Spüldienst übernimmt ein illegaler Einwanderer aus Afrika und die Karte ist zu umfangreich. Sollte sich das Blatt wenden, als einige Honorationen rund um den Bürgermeister bewirtet werden müssen und diese das Personal in Gespräche verwickeln? Im ersten Moment schon. Die Wirtin erhält das einmalige Angebot von einer Million Euro, wenn sie den Gasthof samt Grundstück verkauft.

Dem kurzfristigen Freudentaumel folgt die Ernüchterung, als die Tochter des Hauses mitbekommt, dass auf dem Grundstück ein Kohlekraftwerk entstehen soll. Aus der gutbürgerlichen Küche wird eine „Widerstandsküche“.

Die Speisekarte weist nur noch vegetarische Angebote auf und das Küchenteam gründet eine Bürgergesellschaft. Was folgt sind Proteste und Diskussionen, schmissige, passende Songs und die feste Absicht das Kraftwerk zu verhindern.

Einige Rückschläge geben dem Stück die nötige Brisanz. Nah an der Realität erlebten die rund 60 Besucher ein sozialkritisches Stück, das besser und unterhaltsamer nicht hätte interpretiert werden können.

Eingebunden werden die Erlebnisse des illegalen Einwanderers, der jahrelang für seine Flucht brauchte und die Einsicht, dass der afrikanische Kontinent unter den vom industrialisierten Norden herbei geführten Klimawandel zu leiden hat. Fazit: Ein satirisch bestens ausgetüfteltes Theaterstück mit einer gehörigen Portion Sarkasmus, die eher zum Nachdenken als zum Lachen anregte.

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