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Dicke Probleme

20.05.2012 | 17:29 Uhr
Dicke Probleme
Kalorien zählen, Fett weglassen oder nur noch Obst und Gemüse essen - ein Patentrezept zum Abnehmen gibt es nicht. Manchmal hilft nur noch ein operativer Eingriff. Bild: Ilja Höpping

Herne.   Beim WAZ-Medizinforum am 6. Juni in den Flottmann-Hallen geht es um Adipositas. Drei Mediziner, die Leiterin einer Diätküche und eine Betroffene berichten über ihre Erfahrungen.

Morbide Adipositas - extremes Übergewicht - bringt für die Betroffenen schwere Probleme mit sich. Die zusätzliche Last verursacht Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und führt zu Rücken- und Knieproblemen. Die Verminderung der Lebensqualität bis hin zur sozialen Isolation stürzt viele in eine seelische Krise. Sport und Diäten führen nicht zum gewünschten Erfolg. So bleibt als letzter Ausweg der chirurgische Eingriff. Der aber ist nur von Erfolg gekrönt, wenn er mit einer Änderung der Lebensgewohnheiten einher geht. „Dicke Probleme“ – unter diesem Motto setzt sich das WAZ-Medizinforum am 6. Juni um 18 Uhr in den Flottmann-Hallen mit dem Thema Adipositas auseinander.

Über den chirurgischen Eingriff berichtet Prof. Dr. Matthias Kemen, Chefarzt der Kliniken für Allgemeine und Viszeralchirurgie am Evangelischen Krankenhaus Herne. Er wendet gleich mehrere Verfahren an, um eine Verkleinerung des Magens herbeizuführen. Die gängigsten sind der Magenbypass, der Schlauchmagen und – eher seltener - das Magenband.

Fettleibigkeit erhöht das Risiko an Darmkrebs oder Brustkrebs zu erkranken

Über 100 Eingriffe führen die Viszeralchirurgen am EvK im Jahr durch, mit dem Erfolg, dass die Patienten in der Regel 60 bis 80 Prozent des Übergewichts verlieren.

Hormone sind das Thema von Prof. Dr. Friedrich Jockenhövel, Endokrinologe, Diabetologe und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am EvK. Bevor es zu einem chirurgischen Eingriff kommt, überprüft er die Schilddrüsentätigkeit der Patienten. Übermäßige Gewichtszunahme kann nämlich auch ein Problem des Stoffwechsels, die Folge einer Schilddrüsenerkrankung sein. Fettleibigkeit erhöht das Risiko an Darmkrebs oder Brustkrebs zu erkranken, besagen Forschungsergebnisse.

Die richtige Ernährung ist ein wichtiger Faktor, wenn es um die Regulierung des Körpergewichts geht. Das gilt sowohl vorbeugend, um gar nicht erst zu viele Kilos anzusammeln, das gilt für Diäten und das gilt auch für Adipositas-Patienten, die operativ eine Magenverkleinerung haben vornehmen lassen. Direkt nach dem Eingriff erfolgt eine Beratung und Versorgung durch die Diätküche des Evangelischen Krankenhauses unter der Leitung von Brigitte Höffelmann.

Eine Betroffene berichtet

Wenn die Patienten wieder in ihren Alltag zurückkehren, ist es wichtig, die Ernährung so umzustellen, dass der verkleinerte Magen nicht überfordert wird und die Gewichtsreduktion gehalten wird. Ernährungsmedizinerinnen und -Mediziner wie Dr. Marjana Schmitter, niedergelassene Ärztin in Herne- Eickel, spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie arbeitet im Rahmen des 2011 zertifizierten Adipositaszentrums am EvK eng mit dem Krankenhaus-Team zusammen.

Dass eine Therapie kein einfacher Weg ist, weiß Heike Sauer aus der Herner Adipositas-Selbsthilfegruppe. Sie hat selbst erfahren, was es bedeutet, unter extremem Übergewicht zu leiden. Sie hat eine Magenbypass-Operation hinter sich mit dem verbundenen Gewichtsverlust. Sie weiß aber auch, welch radikalen Eingriff eine solche Operation bedeutet und kann von den psychischen Belastungen rund um das Thema Adipositas berichten.

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2012-05-20 17:29
Darmkrebs,Brustkrebs,Medizin,Übergewicht,Ernährung,Diabetes
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