Tipps gegen lästige Maulwürfe im Garten
07.03.2011 | 16:33 Uhr 2011-03-07T16:33:00+0100
Wittgenstein. Die Frühjahrssonne schickt wärmende Strahlen vom Himmel und die ersten Blumen strecken ihre zierlichen Köpfe aus der kalten Erde. Doch so manchem Hobbygärtner ist im Frühling nicht zum Lachen zumute: Maulwurfshügel auf dem Rasen und im Blumenbeet haben schon den ein oder anderen „Mordgedanken“ geweckt.
Wenn der Frost aus der Erde zieht, wagt sich auch der Maulwurf wieder in die oberen Bodenschichten. Doch während der lichtscheue Insektenfresser derzeit auf der Suche nach Futter und einem Paarungspartner seine 200 Meter langen spinnennetz-förmigen Gänge gräbt, nimmt er wenig Rücksicht auf mühevoll gehegte Blumenbeete und gepflegte englische Rasen.
Die „Holzhammer-Methode“ à la Gartenschippe jedoch sollten (Hobby-)Gärtner trotz Unmut über die flinken „Hügelbauer“ nicht in Erwägung ziehen: „Maulwürfe sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz und der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt“, klärt Michael Frede, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der biologischen Station Siegen-Wittgenstein, auf. Das heißt: Die kleinen Buddler dürfen weder getötet noch gestört werden. Bei „extremer Belastung“ jedoch können Grundstücksbesitzer versuchen, die Tiere zu vertreiben.
Und Möglichkeiten gibt es viele, verrät Frede. Denn Maulwürfe nehmen vor bestimmten Gerüchen, Geräuschen und Erschütterungen Reißaus. So soll ein Aufguss aus Holunder, Knoblauch und Lebensbaum, der wöchentlich in die Gänge geschüttet wird, ebenso helfen wie Seifenlauge, eine Mischung aus Molke und Buttermilch oder alte Heringsköpfe. „Das hat aber nicht immer Erfolgt“, weiß Frede. Akustischen Methoden räumt er mehr Erfolg ein. Der Klassiker sind leicht schräg in den Boden eingegrabene Flaschen und Windräder, die bei Wind einen quietschenden Ton erzeugen. Auch mit Ultraschallgeräten oder Erschütterungen - wie durch in den Boden gehauene Pfähle - lassen sich die Tiere vertreiben. „Wichtig ist, dass sie nicht geschädigt werden“, mahnt Frede. Auch die Gänge mit Wasser zu fluten sei nicht erlaubt: „Die Tiere laufen Gefahr, zu ertrinken.“
Von „Schädling“ will der Naturschützer nichts hören: „Der Maulwurf nützt mehr, als er schadet!“ Schließlich rühre der unterirdische Gartenbewohner die Pflanzen nicht an, sondern fresse nur Insekten. „Außerdem lockern Maulwürfe das Erdreich auf“, nimmt auch Erich Bald, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Bad Laasphe, die Tiere in Schutz. Maulwürfe im Gemüsebeet seien zwar unpraktisch, aber doch eher selten.
Die Wühlmaus, allen voran die Schermaus, sei ein viel größeres Problem in den Gärten. Durch das Anfressen von Obstbaumwurzeln richte sie immense Schäden an. Anders als Maulwürfe reagieren Wühlmäuse jedoch weniger auf Geräusche und Gerüche, zudem dürfen sie als Schädlinge bekämpft werden. Ein genauer Blick auf den aufgeworfenen Erdhügel sei daher wichtig, um den englischen Rasen naturschutzgemäß und erfolgreich zu verteidigen.
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