Weide voller Schafe statt Stall voller Kinder
19.05.2008 | 17:00 Uhr 2008-05-19T17:00:00+0200Ausgesprochen groß war die Anteilnahme der Heggener Bevölkerung an der Heimatprimiz von Dr. Antonius Hamers.
Heggen. (bsg)Nahezu ganz Heggen war am vergangenen Sonntag auf den Beinen, als Dr. Antonius Hamers seine Primizfeier in der Kirche feierte. Der Neupriester, der Pfingsten im Hohen Dom zu Münster seine Weihe empfangen hatte, zelebrierte seine erste Messe in der Heimatgemeinde.
Zusammen mit 14 Geistlichen und in einer bis auf den letzten Platz besetzten Kirche war die Primiz für den 38-jährigen Neupriester ein bewegendes Erlebnis. Aufgewachsen in Heggen, studierte Antonius Hamers nach dem Abitur Jura in Köln, Würzburg und Hamburg. 1999 folgt die Promotion zum Doktor iuris in Würzburg, bis 2001 absolvierte Hamers ein Referendariat beim Bundesverband der Deutschen Indurstrie (BDI) in Köln und Berlin. Vor acht Jahren reifte in ihm der Entschluss, Priester zu werden. Berthold Sangermann, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates in Heggen und ein guter Freund, erinnerte sich: „Sieben Heggener Jungen machten damals Skiurlaub in St. Anton am Alberg. Während des Trubels beim Apres Ski nahm mich Antonius zur Seite und erzählte mir von seinem Vorhaben, sein ganzes Leben nochmals umzukrempeln, ein Theologiestudium zu beginnen und Priester zu werden. Hamers nahm tatsächlich ein Theologiestudium auf, und zwar in Münster. Sein Außenjahr verbrachte er in Rom. Grundlegend für seine Entscheidung, Priester zu werden, seien die Erlebnisse in seiner Jugend gewesen: „Schon während Schulzeit und Studium habe ich mich in Heggen als Messdiener, Gruppenleiter und Jungkolpingleiter engagiert. Neben den Erfahrungen in meiner Familie war dies prägend für mein Leben und meinen Glauben, weil ich hier die Gemeinschaft mit anderen Kindern und Jugendlichen erfahren durfte. Und wovon das Herz voll ist, davon geht der Mund über. Diese Erfahrungen weiterzugeben, ist für mich ein wichtiger Beweggrund, Priester zu werden.“ Hinzu kommt, dass Dr. Antonius Hamers nie den Bezug zu Heggen verloren hat. So wurde er 1989 Jungschützenkönig. Bei der anschließenden Feier für das gesamte Dorf in der Schützenhalle lud Jochen Schäfer, Vorsitzender des Heggener Schützenvereins, den Neupriester ein, am Schützenfestsamstag das Hochamt zu halten. „Das ist in meinem Terminkalender schon eingetragen“, erwiderte Hamers. Jochen Schäfer überreichte ihm das Wappenbild des Vereins. Antonius Hamers musste anschließend noch viele andere Hände schütteln, die Glückwünsche nahmen kein Ende. Viele Vereine des Ortes beteiligten sich tatkräftig oder musikalisch an der Ausrichtung des Festes. Von der Kirchengemeinde bekam der Primiziant einen Messkelch geschenkt. Der Neupriester wird seine erste Stelle als Kaplan in der St.-Agatha-Gemeinde in Mettingen/Ibbenbüren antreten. „Einen Stall voller Kinder hast du dir früher gewünscht“, so Berthold Sangermann. „Nun bist du Priester und hast eine Weide voller Schafe zu hüten. Was schwieriger ist, lasse ich mal dahingestellt.“
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