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Gewerbe im Eckenbachtal

Stadtrat gab am Mittwochabend endgültige Zustimmung

09.04.2008 | 20:02 Uhr

Der Stadtrat in Attendorn stimmte dem neuen Flächennutzungsplan und damit einem Gewerbegebiet im Eckenbachtal zu.

Von Hubertus Heuel

Attendorn.Der Attendorner Stadtrat hat gestern Abend nahezu einstimmig den neuen Flächennutzungsplan verabschiedet.

Was sich wie ein spröder, verwaltungsbürokratischer Vorgang liest, verbirgt so viel Sprengstoff wie kaum eine andere politische Entscheidung der letzten Jahre. Denn der Flächennutzungsplan beinhaltet die Ausweisung des umstrittenen, großflächigen Industriegebietes im Eckenbachtal bei Neu-Listernohl.  Mit dem gestrigen Beschluss hat die Stadt einen vorläufigen Schlusspunkt unter den Streit gesetzt. Die nun anstehende Genehmigung durch die Bezirksregierung und die öffentliche Bekanntmachung, durch die der Plan erst Rechtskraft erlangt, dürften Formsache sein. Doch dann könnte die Auseinandersetzung erneut losbrechen, möglicherweise heftiger als bislang: Die Bürgerinitiative Eckenbachtal, deren Einwände gestern keine Berücksichtigung mehr fanden, wird wohl gerichtlich gegen das Gewerbegebiet zu Felde ziehen. Außerdem braucht die Stadt für das Vorhaben weiträumige Flächen, die sich im Besitz von Dr. Jürgen Ramacher befinden. Der bekannte Arzt hat öffentlich bislang immer betont, seinen Grund und Boden nicht für den Bau von Fabriken hergeben zu wollen. Alberto Zulkowski (SPD) sprach denn auch gestern davon, das Ja zum Gewerbegebiet sei gleichbedeutend mit einer „enteignungsrechtlichen Vorentscheidung” in Sachen Ramacher. Allerdings machen in Attendorn seit geraumer Zeit Gerüchte die Runde, die Stadt und Jürgen Ramacher seien sich in Gesprächen näher gekommen. Bis auf Zulkowski war gestern niemand im Rat an einer erneuten Diskussion über das Eckenbachtal interessiert. Da nur über den Flächennutzungsplan als Gesamtpaket, in dem das Gewerbegebiet lediglich einen Abschnitt bildet, abgestimmt werden durfte, gab es auch nur zwei Gegenstimmen.

Hubertus HEUEL



Kommentare
11.04.2008
07:37
Stadtrat gab am Mittwochabend endgültige Zustimmung
von Ludger Spreemann | #1

Gar nicht erwähnt wird im vorgenannten Bericht der erst in der Ratsitzung durch die SPD-Fraktion gestellte Antrag zum Ausweis einer zusätzlichen Wohnbaufläche von 30.000 m² zwischen Neu-Listernohl und Petersburg. Seit acht Jahren läuft nunmehr das Verfahren zur Aufstellung des neuen Flächennutzungsplanes. Seit längerer Zeit enthält der aktuelle Entwurf des FNP bereits die Erweiterung des Wohngebietes Neu-Listernohl Nord (Mohnfeld/Rapsweg) nach Osten in Richtung Ewig. Vor Jahren bereits hatte die Stadt Attendorn für einige 100.000 Euro eine Grundstücksfläche im Bereich der Birkeshardt als zukünftige Wohnbaufläche erworben. Für Petersburg wird der Bedarf nicht gesehen, daher wurde diese Wohnbaufläche aus dem FNP kürzlich wieder gestrichen und die vorgenannten mehreren 100.000 € können somit abgeschrieben werden. Ursächlich war hier aber wohl eher die für die Anlieger (auch der Vorsitzende der SPD-Fraktion wohnt dort) zu erwartenden hohen Erschließungskosten. Im stillen Kämmerlein hatten dann am Tag vor der letzten Ratsitzung je drei Abgeordnete von SPD und CDU entschieden, dass der in Petersburg nicht vorhandene Wohnbauflächenbedarf ganz plötzlich doch entstanden ist und weitere 30.000 m² Wohnbaufläche am Petersburger Weg zwischen Neu-Listernohl und Petersburg ausgewiesen werden müssen. Die Neu-Listernohler Bevölkerung und auch die CDU-Vertreter aus Neu-Listernohl wurden hierzu nicht gefragt. Die CDU-Fraktion konnte den SPD-Antrag NICHT mit tragen, enthielt sich aber kollektiv bei der Abstimmung. Enthaltungen zählen nun mal nicht, einem NICHT zu tragenden Antrag sollte man auch mit NEIN beantworten. Niemand will ein Industriegebiet - Neu-Listernohl bekommt es. Petersburg-West will keine Wohnbauflächen - in Neu-Listernohl -West kann man sie von heute auf morgen ausweisen. Ein Schelm, der böses dabei denkt.

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