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Lebensmittelhändler im Dauereinsatz

20.12.2012 | 06:00 Uhr
Lebensmittelhändler im Dauereinsatz
Nachschub in Jacques Weindepot: Zur Weihnachtszeit werden hier 30.000 Flaschen Wein auf Lager gehalten statt sonst 10.000. Der Umsatz steigt auf das Fünffache.Foto: Fabian Strauch

Mülheim. Weihnachten ist das heilige Fest der Liebe – und das des heillosen Konsums. Für viele Lebensmittelhändler ist der Dezember der absolute Höhepunkt des Jahres. Die Lager sind rappelvoll, gearbeitet wird selbst nachts und an so manchem Sonntag. Erst, wenn sich an Heiligabend die Türe hinter dem letzten Kunden schließt, heißt es für die Mülheimer Geschäftsleute: Stille Nacht, Heilige Nacht.

Vier Tage bis zum Heiligen Abend

Der Countdown läuft, noch sind es vier Tage. Vier Tage, an denen das Geschäft brummt. Zum Beispiel in „Jacques’ Weindepot“ am Kassenberg. Für den Endspurt wurden am Mittwoch früh noch mal 17 Paletten angeliefert, mit je bis zu 600 Flaschen Rebsaft. Ruhen an normalen Tagen etwa 10.000 Flaschen Wein im Lager, sind es in den letzten Wochen des Jahres dreimal so viel.

Bis zur letzten Minute noch einkaufen

Die allermeisten, die jetzt kommen, suchen edle Tropfen für ihre Festtafel oder schnell noch ein Geschenk . Bis zur letzten Minute, sprich bis 12.59 Uhr an Heiligabend, werden die Kunden in den Laden rauschen. So ist’s stets gewesen , so wird’s wieder sein. Das zahlt sich aus für Chef Andreas Walter: Er freut sich im Dezember über „das Vier- bis Fünffache an Umsatz“.

Kai Scholand, Inhaber vom Rewe-Markt an der Essener Straße, hält ebenfalls imposante Zahlen – bezogen auf jeweils eine Sorte des Artikels – parat: Frischer Kloßteig verkauft sich zwischen Januar und November nur 120 Mal monatlich – im Dezember ziehen die Kassierer 900 Pakete über den Scanner. Auch norwegischer Lachs geht bestens vor dem Feste: Anstelle von 100 gehen 400 Packungen raus. Mascarpone für Tiramisu und andere Leckereien verkauft sich sechsmal, Rotkohl im Glas gar siebenmal so gut. In Scholands Laden sagen sie oft aus Spaß: „Die Kunden denken, nach dem Fest gibt’s hier nix mehr.“ Und da ist noch etwas, das die Belegschaft amüsiert: „An Weihnachten läuft auch Toilettenpapier besonders gut. Normalerweise rechnen wir mit 180 Zehnerpacks monatlich, jetzt mit 480 Packs“, sagt Kai Scholand.

80 Prozent wussten schon früh, was sie kochen werden

Zum Glück wüssten 80 Prozent der Kunden schon früh, welches Menü sie zaubern wollen. „Dadurch entzerrt sich der Ansturm.“ Gemüse, Obst, Milch, Fleisch und Wurst aber landen erst kurz vor den Feiertagen im Einkaufswagen. Da hat dann so mancher Glück, der die altbekannte Devise beherzigt: Der frühe Vogel fängt den Wurm.

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Kommentare
20.12.2012
14:02
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