Das aktuelle Wetter Mülheim 20°C
Engelbertus

Haus in neuen Händen

27.06.2012 | 20:00 Uhr
Haus in neuen Händen
Wie es an der Dimbeck weitergehen soll, erläuterten (v.li.) die Insolvenz-Fachanwälte Tanja Bückmann und Axel Schwentker, Susanne Palmer von der Anderson Holding und Einrichtungsleiter Stefan Thum.Foto: WAZ FotoPool

Mülheim. Der Weg zum Etappenziel gestaltete sich schwerer und länger als erwartet , aber nun ist es amtlich: Der Wohnpark Dimbeck wurde nach über einem Jahr aus der Insolvenz geführt und wird zum 1. Juli durch die Anderson Holding AG mit Hauptsitz in Berlin übernommen.

Dies teilten die Beteiligten am Mittwoch mit, nachdem kurz zuvor die Belegschaft informiert worden war und bereits letzte Woche der Heimbeirat. Erleichtert wirkten vor allem der seit Februar 2011 mit dem Fall befasste Insolvenzverwalter Axel Schwentker sowie Stefan Thum, Leiter der Einrichtung. Betont wird: Die Arbeitsverhältnisse der 81 Beschäftigten im Seniorenstift und im Betreuten Wohnen bleiben unverändert erhalten. Thum ergänzt: „Wir sind jetzt endlich wieder in der komfortablen Situation, dass wir über unbefristete Verträge sprechen können.“

Bauliche Mängel beseitigen

Schwentker präsentierte die Investoren als „Spezialisten“. Man habe stets den Anspruch gehabt, im Interesse der 154 Menschen, die hier wohnen und/oder gepflegt werden, „eine nachhaltige Lösung zu erarbeiten und den Wohnpark auf ein neues, solides Fundament zu stellen“. Ausdrücklich dankte er allen Mitarbeitern für die gute Zusammenarbeit, es sei „sehr bemerkenswert“, wie man die Qualität des Hauses aufrechterhalten und bei den jüngsten Prüfungen, zuletzt im April, Bestnoten erreicht habe.

Die Anderson Holding AG mit Geschäftsführer Günther Schriver übernimmt nicht nur den Betrieb des Wohnparks, sondern hat auch Grundstücke und Immobilien an der Dimbeck erworben, die aufgrund der finanziellen Engpässe immer noch nicht komplett fertig gestellt werden konnten. „Wir müssen einige bauliche Mängel beseitigen“, sagt Susanne Palmer, Verwaltungsleiterin bei der Anderson Holding. Unter Einsatz ihrer eigenen Baufirma wolle man dies schnell angehen, etwa die Wasserschäden in Kellern beheben. Wie hoch die notwendigen Investitionen ausfallen, wisse man noch nicht, nur: „Wir müssen hier schon etwas Geld in die Hand nehmen.“

Lösung soll langfristig sein

Laut eigener Darstellung ist Anderson spezialisiert „auf die Sanierung sowie die strukturierte Übernahme“ von Unternehmen aus dem Pflegebereich. Ist etwa zu erwarten, dass man sich in einigen Jahren wieder von der Dimbeck zurückzieht? Weiterverkauft? Die Verwaltungsleiterin verneint das, verweist auf eigene Pflegeheime, wie man sie derzeit etwa in Brandenburg baue: „Wir wollen den Wohnpark hier in Mülheim langfristig führen.“

Gleichwohl bleibt dem Team um Axel Schwentker auch künftig reichlich Arbeit, bis eines Tages die Insolvenz der insgesamt sechs Engelbertus -Gesellschaften komplett abgewickelt ist. „Das Gute ist jetzt übertragen“, erläutert die Insolvenz-Fachanwältin Tanja Bückmann, „alle Verbindlichkeiten und ungeklärten Rechtsfragen bleiben bei uns.“ Schwentker verweist auf eine Vielzahl offener Ansprüche, auch mit dem früheren Geschäftsführer Hans-Peter Tappert stehe man in Gesprächen. Wie lange sich das Verfahren noch hinziehen mag? „Da bräuchte ich eine gläserne Kugel.“ Jahre dürften es werden.

Annette Lehmann


Kommentare
Aus dem Ressort
Junior Regler bieten Nachwuchs in Mülheim eine Bühne
Kultur
Zum dritten Mal steigt an der Freilichtbühne das Mölmsch Open Air Festival. Am 18. und 19. Juli spielen dort junge Bands aus der Region. Die Junior Regler wollen damit eine Kultur-Lücke für junge Leute in Mülheim schließen.
Mülheimer Jugendliche erklimmen die Baumwipfel
Ferienprogramm
Beim Kletterkurs in den Ferien steigen Jugendliche im Speldorfer Wald in die Wipfel. Teilnehmer müssen nicht nur Geschick und Mut, sondern auch Teamfähigkeit beweisen. „Du schaffst das!“, feuern sie sich gegenseitig an.
Mülheimer fiebern dem großen Finale entgegen
Fußball-WM
Drei Public-Viewings sind in Mülheim offiziell genehmigt: am Flughafen, auf der Freilichtbühne und im Franky’s am Wasserbahnhof. Eine zusätzliche Leinwand wird auf dem Airport aufgebaut. Über Straßensperrungen will die Polizei spontan entscheiden.
Mülheimer Seniorin - Was tun mit dem Baum vom Nachbarn?
Sturmschäden
Vier 40 Jahre alte und viele Meter hohe Tannen krachten aus dem Garten des Nachbarn auf das Grundstück eines fast 90 Jahre alten Ehepaares in Holthausen. Ein Gartenhaus mit Dachgiebel und Dachpfannen wurde dabei massiv beschädigt. Das verzweifelte Ehepaar fragt: Wer ersetzt uns den Schaden?
Mülheimer Führungsebene im Rathaus nahezu frauenfrei
Gleichstellung
Die Mülheimer Frauenbeauftragte Antje Buck freut sich über die Absicht der Landesregierung, die Frauenquote neu zu fassen. Gutachter sieht verfassungsrechtliche Verpflichtung. Klar ist, dass die Führungsebene im Rathaus eine "frauenfreie Zone ist". In anderen Kommunen sieht es nicht anders aus.
Umfrage
Die Politik will mehr für die Sicherheit in der Stadt tun . Wie sicher fühlen Sie sich in Mülheim?

Die Politik will mehr für die Sicherheit in der Stadt tun. Wie sicher fühlen Sie sich in Mülheim?

 
Fotos und Videos
WM am Flughafen Essen/Mülheim
Bildgalerie
Public Viewing
Jubel bei den Fans
Bildgalerie
Städtedreieck Es/OB/MH
ExtraSchicht
Bildgalerie
Fotostrecke