Das aktuelle Wetter Mülheim 2°C
Fahrradfrühling

E-Bikes - Radfahren light

18.05.2012 | 16:50 Uhr
E-Bikes - Radfahren light
Hunderte von Fahrrad-Liebhabern kamen auf die Schleuseninsel. Das Hauptthema: Elektro-Fahrräder.Foto: Christoph Reichwein

Mülheim. Die Meinungen über Elektro-Räder , gehen in der Radlergemeinde auseinander. Während die einen nie eine elektrische Trethilfe annehmen würden, schwören die anderen auf den zusätzlichen Antrieb. So oder so: Elektroräder sind der Renner, immer mehr Radfahrer satteln um. Beim 15. Mülheimer Fahrradfrühling informierten Händler, Clubs und die Polizei über den Trend.

Alles was zwei Räder hat, rollte an dem Feiertag über die Schleuseninsel. Der „Fahrradfrühling“ hat bei vielen Radsportfans, Familien und Besuchern Tradition. Rund um den Wasserbahnhof haben sich neben dampfenden Grillstationen und Bierständen vor allem Radhändler, Unternehmen oder Clubs positioniert.

In diesem Jahr ist mehr los als sonst, denn: „Zum ersten Mal findet parallel das Ruhrtal-Radweg-Fest statt“, erklärt Veranstaltungsmanager Bernd Westhoff vom Mülheimer Stadtmarketing (MST), das den Fahrradfrühling mit der Paritätischen Initiative für Arbeit (PIA) und dem Rad-Club Sturmvogel organisiert. Dieses findet immer abwechselnd zwischen Sauerland und Ruhrgebiet statt, in diesem Jahr richtet Mülheim aus. Für die Städte ist es auch eine Werbung für ihre Fahrstrecken.

E-Bikes sind kaum zu übersehen

Zwischen Mountainbikes, Treckingrädern oder Damendrahteseln sind die E-Bikes kaum zu übersehen. „Seit 2010 ist die E-Mobilität ein großes Thema“, weiß Axel Hupertz, Sprecher der PIA, die an ihren beiden Radstationen am Hauptbahnhof und am Bahnhof Styrum rund 32 E-Bikes an Radfahrer verleiht. Für 18 Euro am Tag leihen sich Fahrer ein solches und kommen mit einer Akkuladung bis zu 60 Kilometer weit. „Es gibt eine deutliche Steigerung, immer mehr Kunden buchen die E-Räder“, weiß Hupertz.

Auch Helmut Heun (71) und Jürgen Koch (65) können sich vorstellen, in den nächsten Jahren umzusatteln. Seit über 15 Jahren fahren die Freunde aus Duisburg regelmäßig Rad. „Mit dem Tourenrad geht es einmal im Jahr in den Süden zur Bayerischen Radtour“, erzählt Jürgen Koch.

Auch zu Hause fahren sie häufig an der Ruhr entlang, über Mülheim bis nach Kettwig. Auf dem Fahrradfrühling wollen sie Zubehör einkaufen, denn die nächste Reise steht bereits an: „Wir planen eine Oder-Neiße-Tour.“ Könnten Sie sich vorstellen, die Strecke mit einem Elektro-Rad zu fahren? „Warum nicht, die Überlegung geht schon zum E-Bike“, sagen die beiden. „Aber erst, wenn es gesundheitlich nicht mehr so gut klappen sollte.“

Mit dem E-Bike zur Arbeit

Genauso sehen das viele E-Rad-Fahrer, die die elektrische Tritthilfe nutzen, weil sie es aus eigener Kraft nicht mehr gut den Berg hoch kommen. Das E-Bike, ein Senioren-Rad? „Nein, nicht ausschließlich“, meint Oberkommissar Hans Joachim Ruhl, der bei der Mülheimer Polizei Unfallprävention betreibt.

„E-Bikes werden auch von vielen genutzt, die mit dem Rad zur Arbeit fahren und nicht verschwitzt ankommen möchten.“ Oder von Eltern, die ihre Kinder in Anhängerwagen hinterherziehen. Dennoch sei ein E-Bike vor allem eine Unterstützung und „ideal für Menschen, die sich sonst nicht mehr auf ein Fahrrad schwingen würden.“

Am Polizei-Stand informieren Ruhl und seine Kollegen die Besucher, wie Pedelecs, E- oder Leichtkrafträder funktionieren und worauf Radler achten sollten. „Da man mit dem E-Bike mehr Tempo drauf hat, empfehlen wir, immer einen verstärkten Helm aufzusetzen“, sagt Hans-Joachim Ruhl. Immerhin können diese bis zu 35 Kilometer schnell werden. Neuerdings bietet die Verkehrswacht auch Fahrtrainings für Pedelecs an. „Wer noch nie auf einem solchen gefahren ist, sollte zumindest eine Einweisung mitmachen.“

Den Trend haben Händler längst erkannt. „In den letzten zwei Jahren hat sich die Nachfrage verdoppelt“, bestätigt Björn Lorberg, Verkaufsleiter bei Zweirad-Spree. „Die Preise für ein E-Rad fangen bei 1500 Euro an und sind je nach Modell nach oben offen.“

Kristina Mader



Kommentare
Aus dem Ressort
„WAZ pflanzt Bäume“ – Leser spenden 200.000 Euro
Baumpaten
„WAZ pflanzt Bäume“ unterstützt 19 Städte in der Region, die durch Sturmtief „Ela“ Zehntausende Bäume verloren haben. Die Leser spendeten eine „beeindruckende Summe“, sagt WAZ-Chefredakteur Andreas Tyrock. Für neue Bäume im Revier kamen 200.000 Euro zusammen. Nun wird aufgeforstet.
Wie aus Abfall gutes Design wird
SOZIALES
Die Sonderbar an der Kaiserstraße hat wieder aufgemacht und präsentiert Gutes zu erschwinglichen Preisen. Für die Mitarbeiter des Diakoniewerkes Arbeit & Kultur ist das Upcycling eine große Motivation und Selbstbestätigung. Ein Laden, den man gesehen haben muss
Die ersten 126 Bäume nach Sturm Ela
Aufforstung
An der Jahnstraße und der Dimbeck – aber auch an anderen arg gebeutelten Straßen – sind zurzeit die Gärtner zugange. Und die Anwohner freuen sich, dass sich endlich etwas tut. Ein Rundgang über den Kahlenberg.
Studie kürt Mülheim zum Meister im Schuldenmachen?
Stadtfinanzen
Ist Mülheim Meister im Schuldenmachen? Diesen wenig ruhmreichen Titel verleiht jedenfalls die Beratungsgesellschaft Ernst & Young der Stadt. Ihre Studie weist für Mülheim das bundesweit höchste Verschuldungstempo seit 2010 aus.
Bei  Jugendlichen hat Aufklärung zum Thema Aids nachgelassen
Welt-Aids-Tag
Das beobachtet Mülheims Aids-Koordinator mit Sorge. Seine Arbeit wird deshalb wieder wichtiger
Umfrage
In der Adventszeit setzt Mülheim alle Jahre wieder auf Vielfalt. DEN einen Weihnachtsmarkt gibt es nicht, stattdessen geht es an mehreren Stellen rechts wie links der Ruhr festlich zur Sache . Auf welchen Weihnachtsmarkt gehen Sie?

In der Adventszeit setzt Mülheim alle Jahre wieder auf Vielfalt. DEN einen Weihnachtsmarkt gibt es nicht, stattdessen geht es an mehreren Stellen rechts wie links der Ruhr festlich zur Sache . Auf welchen Weihnachtsmarkt gehen Sie?

 
Fotos und Videos
Mülheim gestern und heute
Bildgalerie
Zeitsprung
Drachenboot-Indoor-Cup
Bildgalerie
Wassersport
Deutsche Meisterschaft Standard Tänze
Bildgalerie
Fotostrecke
Rockerkrieg in NRW
Bildgalerie
Bilderchronik