Von Untertage ans Tageslicht
21.05.2010 | 18:00 Uhr 2010-05-21T18:00:00+0200
Brambauer. Damals wurde auf der Zeche Minister Achenbach schwarzes Gold aus dem Erdboden befördert – fast 15 Jahre nach der Schließung gibt es dort für Dieter Kniffka und Wolfgang Schubert noch immer Schätze zu entdecken. Diese Fundstücke werden abSamstag im Colani-Ei im Rahmen der Schachtzeichen.
Die Vorbereitungen dafür laufen fieberhaft. Werkzeug, Getränkekästen und die selbst gedruckten T-Shirts liegen neben einem Haufen von über 160 Fotos. Das älteste ist von 1909 und zeigt die meisten Bergleute mit Schnurrbärten, Uniform und Ausrüstung. Daneben steht eine Kiste mit alten Grubenlampen, historischen Dokumenten und ein bronzenes Schild, das von der ersten Betriebsdampflok stammt, die auf dem Gelände im Jahre 1900 unterwegs war. Besonders Wolfgang Schubert hat die Sammelleidenschaft gepackt. Sein Keller in Castrop Rauxel ist voll mit jenen Stücken, die eine ganze Region bewegten. Bis zum 30. Mai – immer 10 bis 18 Uhr – wird das Leben unter Tage noch einmal ans Tageslicht zu kommen. An Stellwänden und hinter Glas.
Auch vor dem Colani-Ei herrscht hektische Betriebsamkeit. Der Rasen muss gemäht, der Bauzaun aufgestellt werden. Dieser umrahmt den Bereich, in dem der 3,70 Meter große Ballon aufsteigen wird. Noch ist das gelbe Exemplar in einer kleinen Tüte verstaut. Erste heute, kurz vor der Eröffnung, wird die Tüte ausgepackt und das Innere zu einem spektakulären Ruhrgebietskunstobjekt. Damit dem Höhenflug nichts im Wege steht, mussten Wolfgang Schubert, Dieter Kniffka und zirka 15 weitere Mitstreiter eine Schulung in Essen machen. Seit einem Jahr bereitet sich die IGBCE Ortsgruppe Brambauer auf die folgenden neun Tage vor. Viele Sponsoren unterstützten sie bei den Vorbereitungen. „Ohne diese Hilfe hätten wir das alles nicht auf die Beine stellen können.” Dieter Kniffka hofft, dass außerdem noch viele Kumpel vorbeischauen, „um sich auszutauschen”. Er begann 1973 zusammen mit Wolfgang Schubert selber auf der Zeche. Beide waren bis kurz vor der Schließung mit dabei und freuen sich darüber, dass ihr „Achenbach” noch einmal für mehrere Tage im Mittelpunkt stehen wird. Ab heute 12 Uhr.
Ein weiterer Höhepunkt ist das Schachtfest, das am 29. Mai gefeiert wird. Beginn ist um 14 Uhr, der Eintritt natürlich kostenfrei.
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