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Ermittlungen

Sicherheit im Seepark nach Messerstecherei auf Prüfstand

29.05.2012 | 22:00 Uhr
Sicherheit im Seepark nach Messerstecherei auf Prüfstand

Lünen.   Die Messerstecherei, die sich am Samstag im Seepark Lünen ereignete, beschäftigt weiter Polizei, Staatsanwaltschaft, Stadt und Politik. Mittlerweile ist auch der Staatsschutz eingeschaltet, da in der „allgemeinen aggressiven Stimmung“ 430 Verwarnungen am Pfingstwochenende ausgesprochen worden seien.

Nach der Messerstecherei am Samstag im Seepark Lünen ist nun der Staatsschutz eingeschaltet. Auch Polizei, Staatsanwaltschaft, Stadt und Politik beschäftigen sich weiter mit den Vorfällen. Lünens Beigeordneter Matthias Buckesfeld spricht von einer „allgemeinen aggressiven Stimmung“ und erklärt, dass 430 Verwarnungen am Pfingstwochenende ausgesprochen worden seien. Die SPD fordert eine Ordnungspartnerschaft und hofft auf eine politische Diskussion zum Thema Sicherheit.

Nach neuesten Erkenntnissen sind bei dem Streit am Samstag Türken und Türken kurdischer Herkunft aneinander geraten. Da ein politisch motivierter Hintergrund bei der Auseinandersetzung nicht auszuschließen sei, ist der Staatsschutz bei den Ermittlungen mit hinzugezogen worden. Die Ursache des Streites, bei dem mehrere Personengruppen erst verbal aneinander geraten sind und später ein 18 Jahre alter Dortmunder mit einem Messerstich schwer verletzt wurde, müsste noch ergründet werden. Ein weiterer Dortmunder wurde schwer verletzt, zwei weitere leicht. Lebensgefahr bestand nicht (wir berichteten ).

Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung

Als Strafmaß droht mindestens eine Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung, weitere Anklagepunkte würden geprüft, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Drei Tatverdächtige wurden noch am Sonntagmorgen ermittelt. Gegen einen 19 Jahre alten Mann kurdischer Abstammung wurde Haftbefehl erlassen.

SPD-Fraktionschef Rolf Möller ist der Meinung, dass weder den Anwohnern noch den Besuchern solche Zustände weiterhin zugemutet werden können. Statt Eintrittsgelder und Park-Einzäunen, wie früher schon mal vorgeschlagen, plädiert er für Ordnungspartnerschaften. Das gemeinsame Streifegehen von Polizei und Ordnungshütern könne eine Teillösung der Probleme sein.

Ordnungspartnerschaft kostet Geld

Beigeordneter Matthias Buckesfeld findet so eine Idee durchaus sinnvoll, betont aber, dass diese Entscheidung die Politik zu treffen habe, da solch eine Partnerschaft auch Geld koste. Eine kurzfristigere Lösung sei es, die Personenzahl der Ordnungskräfte und auch den Einsatzzeitraum zu erhöhen. Wie viel Sicherheitspersonal am Samstag in welchem Rhythmus eingesetzt war, ließ sich gestern nicht ermitteln.

Ordnungsbehördlich sei am Wochenende zwar eine Menge los gewesen. Es wurden 430 Verwarnungen ausgesprochen und 14 Fahrzeuge abgeschleppt. Doch die Ereignisse müssten mit der Polizei nun genau bewertet werden, ob nicht vielleicht noch mehr Ordnungskraft wichtig sei, um für die notwendige Sicherheit zu sorgen. Es gehe um die Frage, in welche Richtung nachgesteuert werden müsste, so Buckesfeld.

Immer wieder Ärger im Seepark

Immer wieder ist der Seepark bei Badewetter in den Fokus von Polizei und Ordnungsamt gerückt. Nachbarn beschwerten sich über nächtliche Ruhestörungen, die Stadt ärgerte sich über haufenweise Müll.

Doch in diesem Jahr ist es bisher ruhig geblieben. Es sei abzuwarten, so Buckesfeld, ob die Maßnahmen aus dem vergangenen Jahr wie das Ausweisen von Anwohnerparkplätzen oder die Schranke kurz vor dem Kreisverkehr am Baukelweg Früchte tragen.

Neue Konzepte für Seepark müssen her

Nach dem Wochenende steht für Buckesfeld fest, dass die Diskussion neu geführt werden muss. Nämlich um Konzepte und die Sicherheit im Seepark. Wichtig sei, nur die Störenfriede abzugrenzen, und nicht diejenigen zu treffen, die friedlich seien.

Auch die Polizei kündigte an, weiterhin Präsenz am Ort zu zeigen. Zudem hofft sie auf Zeugenaussagen, Hinweise nimmt der Kriminaldauerdienst in Dortmund unter (0231)1327441entgegen.

Carmen Thomaschewski



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