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Schadenersatz in fünfstelliger Höhe

18.03.2010 | 21:00 Uhr

Lünen. Auch die Wirtschaftsbetriebe Lünen (WBL) fordern vom Lieferanten Deutscher Straßendienst (DSD) Schadensersatz für die vertraglich garantierte, aber nicht gelieferte Menge Streusalz.

Aus NRW gingen inzwischen 50 Forderungen von Städten und Gemeinden bei der Firma mit Sitz in Hannover ein. Aufs gesamte Bundesgebiet verteilt sollen es 400 sein, so WBL-Abteilungsleiter Thomas Möller.

Bei WBL spricht man von einer Forderung im „beträchtlichen fünfstelligen Euro-Bereich”, so Möller. Er gehe davon aus, dass DSD dem ohne Probleme und zügig nachkommen werde. „Das dauert sechs bis acht Wochen, dann ist das Geld Ende April, Anfang Mai da”, ist der WBL-Abteilungsleiter zuversichtlich.

In Regresspflicht ist der Zulieferer nur für die Menge, die er zu einem fest vereinbarten Preis vertraglich garantierte, die aufgrund von Lieferengpässen aber nicht in Lünen ankamen. Geltend gemacht wird die Differenz zwischen dem ausgehandelten Festpreis und dem Preis, den WBL für Salzankäufe zwangsläufig ausgeben musste, um weiter die Sicherheit auf Lünens Straßen zu gewähren.

WBL bezieht das Streusalz bekanntlich im Verbundeinkauf über den Landesbetrieb Straßen.NRW. Dadurch kostet die Tonne Streusalz knapp über 60 Euro. Als es Anfang des Jahres zu Lieferengpässen kam, verhielt sich der Markt „wie die Börse”, berichtete Möller. Die Preise bei den Fremdanbietern schossen nach oben. WBL sei an manchen Tagen gezwungen gewesen, das drei- bis dreieinhalbfache des üblichen Preises hinzulegen.

Teuer zu Buche schlägt dieser Winter allemal. 51 Mal mussten die Kolonnen zum Streuen raus. WBL hat in der abgelaufenen Einsatzzeit insgesamt 1 400 Tonnen Salz ausgefahren. Soviel wie noch nie. Selbst im vergangenen Jahr mit dem kalten Januar waren es nur 710 Tonnen. Normalerweise kalkuliert WBL in ganz anderen Größenordnungen. Durchschnittlich seien nur 350 bis 390 Tonnen nötig, zitiert Möller die Statistik der vergangenen sieben Jahre.

Die Mehrausgaben beim Winterdienst, aber auch die für die Beseitigung der Schlaglöcher, müssen bei WBL jetzt an anderer Stelle wieder eingespart werden - oder von der Stadt als Auftraggeber durch zusätzliche Aufwendungen ausgeglichen werden. Das aber gilt aufgrund der Haushaltslage als eher unwahrscheinlich.

Andreas Gruber

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