Das aktuelle Wetter Lünen 29°C
Ausstellung im städtischen Museum erinnert an die legendäre...

Geschichtsfälschung in Schulwandbildern

08.03.2009 | 15:09 Uhr

Das Schulwandbild, des Lüner Museumsleiters liebstes Kind, kommt zurzeit ganz groß raus. Weil es genau 2 000 Jahre her ist, dass der große Arminius die Römer aus Germanien jagte, finden landauf, landab viele Ausstellungen zum als Varusschlacht berühmt gewordenen Kampfgetümmel statt.

Auch Lünen beteiligt sich - es gab ein Römerlager in Beckinghausen - in Verbindung mit dem benachbarten Stadtmuseum Bergkamen an der Erinnerung jener legendären Geschichte, um die sich viele Geschichten ranken.

Sonntagvormittag führte unter Säbelgerassel der Römerfreunde Bergkamen „Classis Augusta Drusiana” Museumsleiter Dr. Wingolf Lehnemann in die kleine, aber vielsagende Ausstellung „Arminius für die Schule” ein und interpretierte punktuell einige der ausgestellten Schulwandbilder zum germanischen Leben. Am Abend zuvor hatte das Stadtmuseum Bergkamen die Ausstellung „Varus für die Schule”, das Römische Leben im Schulwandbild”, eröffnet. Auch diese Exponate stammen aus dem Lüner Fundus.

Zudem amüsierte eine Modenschau. Nicht in ihrer Gänze, aber durchaus nicht nur flüchtig erklärte „Senator” Laarmann von den Römerfreunden, am Sonntag im Lüner Museum die (Ver-)Kleidung seiner kleinen Kohorte: römishe Legionäre, Germanen in römischen Diensten, Fürstentöchter und reiche Römerinnen. Das interessierte Publikum erfuhr z. B., dass die verzierten Lederbändchen am Gürtel vorm Kriegerröckchen verhindern sollten, dass das kurze Tuch vom Winde zu hoch wehte, um die darunter verborgene männliche Pracht freizulegen ...

Museumsleiter Lehnemann zeigte nach kritischer Analyse auf, wie historisch falsch mit den erzählenden Gemälden auf den Schulwandbildern den Kindern noch bis 1950 die Geschichte vermittelt wurde. Denn jede Zeit interpretierte sie für sich und beeinflusste per Optik ideologisch. Hinter Lehnemanns Andeutungen verbirgt sich ein weites Feld Geschichtsfälschung.

Zum Rundgang wurde Conditum paradoxum aus einem Ballon ausgeschenkt. Dieses alkoholisierte Honig-Pfeffer-Getränk konnten sich vor 2 000 Jahren nur reiche Leute erlauben, erfuhr der Gast und ließ es sich schlückchenweise schmecken.

Beide Ausstellungen (in Lünen und Bergkamen) lohnen noch bis zum 20. September einen Besuch.

Barbara Höpping

Kommentare
Funktionen
Aus dem Ressort
Viele Lüner Straßen halten der Hitze nicht stand
Geschmolzener Asphalt
Affenhitze in Lünen - und der Asphalt schmilzt: An vielen Stellen im Stadtgebiet löst sich der Teerbelag auf den Straßen auf. Der Verkehr in Lünen ist...
Hitze: Schmilzender Asphalt - Freibad länger geöffnet
Temperaturen bis 40 Grad...
Die Hitze hat Lünen fest im Griff. Der Asphalt ist an mehreren Straßen geschmolzen. Unterdessen hat das Freibad Gahmen reagiert und hat in den...
SEK überwältigte rabiaten Mann in Lünen
Zwei Verletzte
Glassplitter, Blut und zwei Verletzte - am Mittwochabend gegen 19.15 Uhr kam es zu einem spektakulären Einsatz der Ordnungskräfte auf der Lünener...
Flüchtlinge in Herberge: Stadt stinkig über Info-Fluss
Am Cappenberger See
Die Stadt Lünen zeigt gegenüber der Bezirksregierung Arnsberg Verständnis für den Plan, Flüchtlinge ab Oktober in der Jugendherberge am Cappenberger...
Obduktion bestätigt: Badeunglück war ein Unfall
An der Lippe
Der 32 Jahre alter Lüner, der am Samstagabend tot aus der Lippe geborgen wurde, ist definitiv ertrunken. Die Obduktion am Dienstag hat Ertrinken als...
Fotos und Videos
Lünopoli 2015 - Die Bilder von der Ferienaktion
Bildgalerie
Fotostrecke
Mann stirbt nach Bad in der Lippe
Bildgalerie
Fotostrecke
Abschied von Schulleiter Dr. Ingler
Bildgalerie
Fotostrecke
article
854301
Geschichtsfälschung in Schulwandbildern
Geschichtsfälschung in Schulwandbildern
$description$
http://www.derwesten.de/wr/staedte/luenen/geschichtsfaelschung-in-schulwandbildern-id854301.html
2009-03-08 15:09
Lünen