Dönekes aus den Zeiten harter Arbeit
09.11.2008 | 18:30 Uhr 2008-11-09T18:30:01+0100Brambauer. (uh) Die Achenbacher haben Jahrzehnte gemeinsam unter extremen Bedingungen gearbeitet, bis ihr Bergwerk 1992 geschlossen wurde. Ihre Kameradschaft verbindet sie bis heute. ...
... Darum treffen sich die Kumpel einmal im Jahr in Brambauer, wo sie einst in die Zeche "Minister Achenbach" eingefahren sind. Der Umgangston ist rau, aber herzlich: "Glaub dem kein Wort, der lügt nur", sagt Günter Schürer (67) zwinkernd über seinen einstigen Vorgesetzten, Reviersteiger Richard Milas (76). Beide sind Rentner, kennen sich seit über 40 Jahren und haben zusammen im Maschinenrevier gearbeitet - das heißt, sie haben die Bergtechnik betreut und Betriebsstörungen behoben. Die strengen, aber notwendigen Hierarchien von der Arbeit unter Tage sind fast in Vergessenheit geraten. "Dönekes, Richard", ruft Schürer. In der gemütlichen Runde beim 14. Achenbachtreffen lässt sich der pensionierte Reviersteiger aus Selm nicht lange bitten: "Unter den Bergleuten waren einige Künstler. Ein Blasmeister, der beim Verfüllen der Flöze eingesetzt war, hat zum Beispiel seine Kollegen gemalt. Außerdem kannte ich einen Kohlenhauer, der das Bergwerk aus Streichhölzern nachgebaut hat. Wo das Modell ist, weiß ich leider nicht".
Damit solche Geschichten nicht in Vergessenheit geraten, laden Schürer sowie Peter Freiß, Raimund Böhm und Horst Fehrenz Jahr für Jahr zum Achenbachtreffen. Im Bürgerhaus waren am Samstag nicht nur Teile des Maschinenreviers, sondern auch Kumpel aus dem Kohlerevier des Bergwerks versammelt.
"Begonnen haben wir mit einem Revierfest für die Maschinenhauer, das wir aber vor neun Jahren in ein Achenbachtreffen umgewandelt haben. Seitdem kommen zwischen 90 und 120 Besucher", erklärt Schürer. Diese stammen aus Dortmund, Lünen, Waltrop und Datteln - denn die Zeche in Brambauer diente in ihren letzten Jahren als Auffangbecken für die Kumpel der Umgebung.
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