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Scharoun-Gebäude

Archiv für historische Schulfotos

19.03.2010 | 21:00 Uhr

Lünen. Im Zuge der gerade beginnenden, umfangreichen Instandsetzungsarbeiten an der Geschwister-Scholl-Schule soll für Dokumentationszwecke ein umfangreiches Fotoarchiv mit historischen Bildern des Schulgebäudes von Hans Scharoun angelegt werden.

Das Gebäude gilt als bedeutsamer Vertreter der klassischen Moderne und wird seit 1985 als Baudenkmal gewürdigt. Das Architekturbüro Spital-Frenking und Schwarz aus Lüdinghausen, das mit der Sanierung beauftragt ist, bittet die Lüner Bevölkerung dabei um Mithilfe. Es werden Fotografien der Schule aus den Jahren 1950 bis 1970 gesucht. Ehemalige Schülerinnen der Geschwister-Scholl-Schule werden gebeten, Bilder aus ihren privaten Beständen zur Verfügung zu stellen.

Die Fotografien können im Sekretariat der Schule abgegeben werden, damit sie dupliziert und zurückgegeben werden können. Die Telefonnummer lautet (02306) 202920. Bei Rückfragen steht auch das Architekturbüro zur Verfügung, (02591) 98 08 80, E-Mail info@spitalfrenking-schwarz.de .

Die Geschwister-Scholl-Gesamtschule, von 1958 bis 1962 nach Plänen des bekannten Berliner Architekten Hans Scharoun erbaut, gilt auch heute noch als pädagogisch und architektonisch bedeutsames Schulbaubeispiel. Neben Naturwissenschaftlichen Unterrichtsräumen und Atelierräumen für Kunst im Obergeschoss hat Scharoun für die Schülerinnen (und heute auch Schüler) des damaligen Mädchengymnasiums entsprechend ihrer Alters- und Entwicklungsstufen verschiedene Klassenraumtypen konzipiert.

Eine solche Klassenraumwohnung besteht dabei grundsätzlich neben dem eigentlichen Klassenraum aus einem Garderobenraum, einem Gruppenraum und einem Klassengarten, der für den Unterricht im Freien genutzt werden kann.

Das Gebäude bedarf heute dringend einer grundlegenden Instandsetzung, um den bauzeitlichen Charakter des Hauses mit allen technischen und architektonischen Qualitäten wieder aufleben zu lassen. Dazu gehört neben der Entfernung von nachträglich eingebrachten Einbauten in die offene Pausenhalle und einigen brandschutztechnischen Maßnahmen auch die Ertüchtigung der technischen Ausstattung der Klassenräume.

Diese waren schon Ende der 50er-Jahre technisch sehr raffiniert und fortschrittlich konzipiert und mit einzelnen Luftheizungsanlagen ausgestattet, die in Kombination mit den Schwingflügel-Fenstern auch eine ausgezeichnete Lüftung der Räume ermöglichten.

Die 2007 von der Wüstenrot Stiftung und der Stadt Lünen beauftragte „Machbarkeitsstudie zur Erhaltung, baulichen Instandsetzung und Weiternutzung der Geschwister-Scholl-Schule in Lünen” hat die notwendigen restauratorischen und baulichen Maßnahmen geklärt.

Die umfangreiche Instandsetzung des Schulgebäudes erfolgt dabei in Abstimmung mit der Wüstenrotstiftung, mit dem Stadtbetrieb Zentrale Gebäudebewirtschaftung Lünen, dem Amt für Denkmalpflege, der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Lünen und sie wird voraussichtlich in den Jahren 2010 bis 2013 in drei Bauabschnitten stattfinden.

Zunächst soll eine der 19 Klassenwohnungen als Proberaum saniert werden. Diese exemplarische Instandsetzung der Klassenwohnung hat im Februar dieses Jahres begonnen. Erste restauratorische Untersuchungen im Schulgebäude sind erfolgt, parallel dazu arbeiten Ingenieure daran, die bauzeitliche Luftheizungsanlage mit neuester Technik zu ertüchtigen.

DerWesten

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