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Wohnberatung

„Ambulant vor stationär” ist erfolgreich

15.03.2010 | 18:32 Uhr
„Ambulant vor stationär” ist erfolgreich

Lünen. Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen steigt – diesen Trend verzeichnet die Pflegeberatung des Kreises Unna für 2009 im Vergleich zum Vorjahr.

Dementsprechend erfolgte jetzt der Beschluss des Kreistages, die örtliche Wohnberatung der Verbraucherzentrale für zwei weitere Jahre finanziell zu sichern.

Den demographischen Wandel könne man an der Nachfrage ablesen, sagt Kreissozialdezernent Rüdiger Sparbrod. Im letzten Jahr hätten 412 Personen den Kontakt zur Wohnberatung gesucht. Daraus resultierten 140 konkrete Anfragen für Wohnungsanpassungsmaßnahmen.

Heimeinzug verhindern

„Durch diese Umbauten schaffen wir es, dass alte und hilfebedürftige Menschen so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden bleiben können”, so Hans-Werner Geburek, Wohnberater der Verbraucherzentrale NRW. Das Prinzip „ambulant vor stationär” komme neben dem Wohl des Pflegebedürftigen und der Entlastung der Angehörigen auch den Finanzen zugute. Die jährlichen Kosten von 15 000 Euro für den Heimaufhalt konnten durch Wohnungsanpassungen im letzten Jahr acht mal vermieden werden. „Die Wohnberatung ist nicht nur eine abstrakte Anleitung. Wir wollen die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen vielmehr durch die Maßnahmen begleiten, von der Beratung zu Zuschüssen bis zu den Gesprächen mit dem Vermieter und dem Einholen von Kostenvoranschlägen”, so Helmfried Meinel, Geschäftsleitungsmitglied der Verbraucherzentrale NRW. Der präventive Charakter gehe jedoch häufig verloren, da die meisten erst „fünf vor zwölf” um Hilfe bitten würden. Grund dafür könne in der Neuregelung der Beratungsstandorte liegen. Als Folge des Pflegeweiterentwicklungsgesetzes wurde Anfang des Jahres die Pflegeberatung von der Verbraucherzentrale in das Haus der Knappschaft verlegt und damit räumlich von anderen Angeboten, wie eben der Wohnberatung getrennt. „Viele wissen nicht, dass die Beratung immernoch unabhängig von der Krankenkassenzugehörigkeit in Anspruch genommen werden kann”, sagt Andre´ Hoppe, Bereichsleiter Pflegeversicherung der Knappschaft Lünen. Dem Unmut über die Neuregelung setzte Sparbrod die unterm Strich erhöhte Personalkapazität entgegen. „Die Wettbewerbsneutralität leidet darunter nicht”, fügt´ Hoppe hinzu. „Die Wege zu den Beratungsstellen können außerdem umgangen werden, denn die Berater kommen auch in die Haushalte.”

Julia Katharina Kirstein

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