Schäden durch Schnee oft nicht versichert
10.02.2010 | 17:43 Uhr 2010-02-10T17:43:00+0100
Märkischer Kreis. Während sich gestern schon wieder ein weißes Kleid über den Kreis legte, wird mancherorts noch immer an der Beseitigung der Schäden des letzten Schneesturms gearbeitet. Für viele Hausbesitzer war der Besuch von Jennifer ein teures Vergnügen.
Wer keine Elementarschadenversicherung abgeschlossen hatte, bleibt in der Regel auf den Kosten sitzen.
Derweil auf der benachbarten Sauerlandlinie in der Nacht vom 2. auf den 3. Februar ungewohnte Stille herrschte, weil Autofahrer hier bis zu 15 Stunden in ihren Autos festsaßen, krachte bei Familie Trimpop in Meinerzhagen mit lautem Getöse der Schornstein vom Dach. Vermutlich ausgelöst durch eine Dachlawine, war der Kamin abgerissen und hatte im Dach ein klaffendes Loch hinterlassen.
Rekordverdächtige Schadensbilanz
LVM-Geschäftsstellenleiter Andree Müller hatte für die Familie zunächst keine guten Nachrichten: Ausgerechnet gegen Schneeschäden war das Einfamilienhaus nicht abgesichert. Gleiches galt übrigens für auch für alle übrigen Kunden, die der Versicherungsmakler an diesem Tag aufsuchen musste: Ob abgerissener Außenkamin, oder durch die Last herausgerissene Schneefanggitter: „Alle Betroffenen waren nicht ausreichend versichert”, bilanziert Müller. Insgsamt, so seine Schätzung, gingen allein in Meinerzhagen etwa 30 Gebäudeschäden auf das Konto von Jennifer.
Auf „10 bis 15 Fälle” kam nach dieser rekordverdächtigen Schneenacht auch der Lüdenscheider Provinzial-Geschäftsstellenleiter Michael Riepegerste. Unter der Last des nassen Schnees zusammengebrochene Vordächer, beschädigte Gartenhäuser, abgerissene Balkonbrüstungen – die Liste der Schäden ist auch in der Kreisstadt lang. Und obwohl hier alle betroffenen Hausbesitzer über eine Elementarschadenversicherung verfügten, kommen auch sie nicht ohne finanzielle Einbuße davon. „Etwa 1000 Euro pro Fall” müsse jeder selbst zahlen, da Versicherungen gegen Schneeschäden und Überschwemmungen grundsätzlich eine Selbstbeteiligung beinhalten, so Riepegerste.
Jenen Kunden, denen Jennifer die Dachpfannen zerstörte und damit jede Menge Tauwasser in der Decke bescherte, dürfte dies allerdings egal sein. „Sowas kann ganz schön teuer werden”, bestätigt nach diversen Ortsterminen im Laufe der vergangenen Woche auch der Versicherungsmakler.
Versicherung will Fall erneut prüfen
Gute Nachrichten gibt es derweil für Familie Trimpop. Da unklar sei, ob ihr Schornstein nicht vielleicht doch dem Wind und nicht dem Schnee zum Opfer fiel, gibt sich LVM-Geschäftsstellenleiter Andree Müller verhalten optimistisch, dass seine Versicherung den Schaden doch übernehmen wird – zumindest zum Teil.
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