"Nein!" - Stück über Gewalt in der Familie
20.04.2008 | 17:41 Uhr 2008-04-20T17:41:20+0200Lüdenscheid. "Nein!" - Ein Stück über Gewalt in der Familie sahen rund 200 Schüler der Adolf-Reichwein-Gesamtschule am vergangenen Freitag in der Mensa.
Die Theateraufführung wurde in zwei Durchgängen mit jeweils drei Klassen der 8. Jahrgangsstufe aufgeführt. Im Anschluss an die Aufführung hatten die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, offen gebliebene Fragen zum Stück zu stellen und mit den Schauspielern eine Diskussion über den Inhalt zu führen. "Bei uns gibt es so etwas nicht!" - diese Reaktion ist genauso häufig zu hören wie: "Wieso hat das keiner verhindert? Das kann doch nicht unbemerkt geblieben sein!"
Es gibt Statistiken, die davon ausgehen, dass in jeder Klasse durchschnittlich mindestens drei Kinder oder Jugendliche sitzen, die von wiederholter, massiver häuslicher Gewalt, Misshandlung und Missbrauch betroffen sind. Jugendliche, die schon zu Hause Gewalt erfahren, werden meistens auch Opfer von Gewalt in der Schule oder auf dem Schulweg. Je nach Schule haben 8 bis 30 Prozent aller Schülerinnen und Schüler persönliche Gewalterfahrungen in der Umgebung der Schule. Wenn man Lehrer und Schüler befragt, wird aber trotzdem nicht selten beschwichtigt: "Nein, so etwas gibt es bei uns nicht." Angst, Unsicherheit, Ohnmachtgefühle und Scham verschließen Münder, Augen und Ohren. Die Macher des Weimarer Kulturexpress wollen mit dem Stück "Nein!" helfen, die Diskussion an der Schule zu eröffnen oder zu vertiefen.
Sozial engagiertes Theater
Auch im nächsten Jahr ist an der Adolf-Reichwein-Gesamtschule eine Theateraufführung in Zusammenarbeit mit dem Weimarer Kulturexpress geplant. Der Weimarer Kulturexpress ist ein freies Jugend-Theater im Tourneebetrieb. Da nicht jeder Schule die Möglichkeit hat, mit mehreren Klassen in ein Theater zu fahren, kommt der Kulturexpress in die Schulen. Das Anliegen ist es, ein sozial engagiertes Theater zu bieten. Sie wollen die Probleme der Jugendlichen einerseits ansprechen, anderseits wollen sie auch den Spaß am Theater wecken.
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