Kündigungen im Werkhof, weil Billiglöhner fehlen
16.12.2009 | 06:00 Uhr 2009-12-16T06:00:00+0100
Märkischer Kreis/Hagen. Krisenstimmung in der Verwaltung der Werkhof GmbH: Ausgerechnet am Sitz der Gesellschaft versiegt der Nachschub mit Ein-Euro-Kräften. Auf Druck der internen Revision und aufgrund grundsätzlichen Erwägungen hat die Arge Hagen die Zahl ihrer Euro-Jobber drastisch reduziert.
Die Folge der bitteren Entwicklung: Zum Jahresende erhielt knapp ein Drittel der hauptamtlichen Kräfte des Werkhofes die Kündigung. Wichtigstes Standbein des Hagener Unternehmens ist nun der Märkische Kreis mit den beiden Sozialkaufhäusern in Halver und Iserlohn.
Stetes Kommen und Gehen von Arbeitskräften ist Werkhof-Geschäftsführer Pit Krause eigentlich gewohnt. Seit Einführung von Hartz IV war er Chef von tausenden von Ein-Euro-Jobbern, die für einige Monate in seinen Betrieben Schrott recycelten, Möbel aufarbeiteten, Bauarbeiten erledigten oder öffentliche Grünanlagen pflegten. Der stete Nachschub mit Billigstlöhnern garantierte der Spitze der gemeinnützigen Firma über Jahre ein sicheres Einkommen. Damit ist es nun vorbei.
Nachdem Art und Umfang der Ein-Euro-Jobs bundesweit durch die interne Revision der Arbeitsagentur kritisiert worden waren, habe die Arge Hagen die Träger der Maßnahmen aufgefordert, neue Konzepte einzureichen und die Zusätzlichkeit und Notwendigkeit der Projekte besser zu begründen, so ein Sprecher der Behörde.
2010 nur noch 350 Ein-Euro-Jobs
Aufgrund von grundsätzlichen Zweifeln an der Effektivität dieses Instruments habe Hagen zudem bereits 2006 entschieden, die Zahl der Angebote deutlich zu reduzieren. So soll es 2010 nur noch 350 Ein-Euro-Jobs in Hagen geben. Im Jahr 2005 waren es noch 1200.
In diesem Zusammenhang sei der Werkhof aufgefordert worden, seine Monostruktur aufzugeben und statt dessen auf Qualifizierungsmaßnahmen zu setzen. Darauf sei die Geschäftsführung allerdings nicht eingegangen, berichtet die Arge, die die Verantwortung für die Entlassungen folglich auf Seiten des Werkhofes sieht.
Sorgen um ihre Zukunft scheinen sich die verbliebenen Mitarbeiter des Werkhofes indes nicht machen zu müssen. Im Gegensatz zu seinen Hagener Kollegen will Bereichsleiter Friedrich Hahne von der Arge MK an der vergleichsweise hohen Zahl von 1500 Ein-Euro-Jobbern festhalten.
In einer Vorlage für die Lenkungsgruppe der Arge, der drei Vertreter der Agentur für Arbeit, zwei Vertreter der Kreisverwaltung und Landrat Thomas Gemke (CDU) angehören, werde empfohlen, mit der gleichen Zahl ins nächste Jahr zu gehen. Zur Begründung verweist Hahne unter anderem auf die hohen Kosten von Qualifizierungsmaßnamen.
22:31
Mir wurde ein Euro-Job angedroht, damit ich als Scheinselbstständiger arbeiten gehe. Es geht denen nur um die Statistik. 1-Euro und nicht mehr arbeitslos. Und dann solche Leute wie der Krause, die jeder, der Stammgast in der Werkhof-Kneipe ist, auch persönlich einschätzen kann.
Ekelhaft.
20:14
Oh ja, die glücklichen Ein-Euro-Jobber im MK...
Und die Cleveren Ex-Linken in der Chefetage des Werkhof verdienen derweil fette Gehälter - unfreiwillig so zu sagen....
Mann kann auf diese Weise sein Geld verdienen, aber es auch noch als sozial zu verkaufen, ist schäbig.
09:58
Zusatz Erläuterung Rente. Noch nicht mitbekommen das in Zukunft k e i n e r aus Berufsgruppen die nicht mindestens 1600 Euro/Monat netto haben, eine Rente über Sozialsatz bekommt. Das sind umgerechnet 15 Euro Stundenlohn. Wer hat das sein Leben lang bis 67?
Bitte nicht gleich ein Gesülze mit Riester. Woher soll das Geld zum ansparen kommen? Warum bekommen in HA schon mehr als 10 000 Unterstützung? Bestimmt nicht, weil es ihnen gut geht.
08:51
#15 von ExHagener, wieder eine Meinung ohne Kenntnisse der tatsächlichen Lage. Einmal den WR-Bericht richtig lesen, welcher Vorgang seit 2006 schleichend umgesetzt wurde. Mal alte Berichte lesen, sich informieren was in dem Bereich ARGE HAGEN sich abspielt. Die jetzige Reduzierung beim Werkhof ist das Ende der Kette der „Träger“ in Hagen. Alle anderen „Träger“ haben sofort ihren Betrieb eingestellt, natürlich auch mit Entlassungen in Größen die diesen Rahmen um einiges übertroffen haben. Kann mich nur wiederholen, jetzt gibt es k e i n e Perspektiven für die Betroffenen, außer Vermittlung beim Leiharbeiter „Abzocker“. Sind das die Jobs die etwas für die Rente bringen? Wer dort nicht spurt, die Vorgaben nicht erfüllt, wird gnadenlos, egal welche Gründe auch immer, zur ARGE zurück geschickt und verwaltet. Der große Rest, „verrostet“, hat keine Chancen etwas mehr Geld zu bekommen. Deshalb sind die in MK besser dran. Das schlimmste was es für Menschen gibt zu wissen, das sie Abgestempelt sind in HA. Nicht nur sprichwörtlich, sondern tatsächlich
20:43
@hagfri:
Nein, die im MK sind nicht besser dran. Was die Leute brauchen (auch auf die Altersvorsorge hin gesehen) ist ein halbwegs normal bezahlter Job. Die könnte der Werkhof schaffen, aber dann würden die Festangestellten dort weniger verdienen.
Ich habe den Eindruck, sie sind einer von denen...
12:40
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09:10
#13 von van Helsing, ?seit wann sind 1500 Mann denn beim Werkhof? Es steht dort nur MK Was dort steht, das n u r noch 350 1€ Jobber es in HA geben soll. Immer noch nicht begriffen das es von der ARGE k e i n e Förderungen in Hagen praktisch mehr gibt. Die Menschen werden nur noch verwaltet. Beschluß 2006! Werkhof ist nur ein Nebenschauplatz. Was die Betroffenen bekommen, schön vorgerechnet. Denen, nur denen die ganz unten sind, denen fehlt das Geld in HA. Das sind knapp 20% auf ihren Satz. Die in MK sind besser dran, das ist Fakt.
23:48
1500 Ein EURO Jobber X 500 EURO, davon bekommt der 1 EURO-Jobber ca. 200 EURO.
Macht für den Werkhof jeden Monat 450000 EURO.
Nur aus den MK Kreis.
Wie sieht es denn mit den Liegenschaften des Werkhofes aus,
die ja durch diese Jobber eine Wertsteigerung bekommen haben?
Ebenso, wer von den hauptamtlichen Mitarbeitern
auf der Lohnliste des Hagener Rathauses steht, oder nicht.
Dieses wird ja von Seiten der Agentur für Arbeit,
ARGE Hagen und Stadt Hagen wie ein Staatsgeheimnis behandelt.
19:35
Die Basisaufgabe der Arge ist es wohl kaum, die Leute in Ein-Euro-Jobs zu pressen.
Als wir auf der Straße waren und Arbeit für alle gefordert haben, meinten wir natürlich bezahlte, von der man leben kann.
06:25
#10 von bimmelbahner, auch ein Kommentar der nicht die Ursache und zu einer Lösung der 1 Euro Jobber führt. Die breite Masse, bis auf den Rest von 350 Mann stehen ohne Beschäftigung und geringen Zusatzverdienst jetzt jeden Monat und warten auf Geld. Menschen die nichtmal ein Ziel haben, das Gefühl haben, eine Perspektive haben, in unserer Gesellschaft gebraucht zu werden, das sind in HAGEN einige, nur die sind die Leidtragenden. Die Frage stellt sich für mich, warum nicht die ARGE zu machen? Die Verwaltung der reinen Geldauszahlung können auch andere Kräfte übernehmen. Die Basisaufgabe ist entfallen für die ARGE.1,5 Fälle pro Tag=350 im Jahr, dafür braucht man keine eigene Abteilung und Organisation.