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Kritik an Präses Buß wegen Haltung zu Homosexuellen

04.11.2009 | 16:41 Uhr
Kritik an Präses Buß wegen Haltung zu Homosexuellen

Märkischer Kreis. Die Haltung des evangelischen Landespräses Alfred Buß zu Schwulen und Lesben ist einigen seiner Pfarrer zu liberal. Für Buß ist Homosexualität weder eine Fehlentwicklung noch eine Krankheit. In einem offenen Brief halten westfälische Pfarrer nun dagegen und werben für "Therapien".

„Beunruhigt und bestürzt” über Äußerungen des evangelischen Landespräses Alfred Buß haben sich mehr als 30 westfälische Pfarrer geäußert, gut die Hälfte davon aus dem Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg. Ihnen sind Buß Vorstellungen zu liberal, wie der Halveraner Pfarrer Christoph Dickel im Gespräch mit der WR betont. Stein des Anstoßes sind Positionen, die Buß bereits im Mai auf dem evangelischen Kirchentag in Bremen geäußert hatte.

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Auf einer Veranstaltung des Zentrums „Homosexuelle und Kirche” hatte der Landespräses es als Aufgabe der Kirchenleitungen gesehen, Homosexuelle vor Diffamierungen zu schützen. Der Bibel zufolge seien alle Menschen vor Gott gleich. Gottes Liebe gelten allen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung. Homosexualität sei weder eine Fehlentwicklung noch eine Krankheit. Der Präses hatte auf den Umgang mit Linkshändern verwiesen. Vor nicht allzu langer Zeit sei deren Veranlagung als Mangel angesehen worden, der durch Erziehung behoben werden müsse. Inzwischen würden Linkshändler akzeptiert.

Stellungnahme im Gemeindebrief bezogen

Wie in einem offenen Brief in November-Ausgabe des Gemeindebriefes „Über uns” der evangelischen Kirchengemeinde Werdohl nachzulesen ist, betonen die Unterzeichner im Blick auf gelebte Homosexualität „allerdings deutlich anderer Meinung” zu sein. „Gelebte Homosexualität entspricht nicht der Schöpfungsordnung Gottes”, wie sie in der Bibel beschrieben werde. Eine „Gleichstellung homosexueller Lebensformen mit der Ehe” können die Pfarrer und weitere Unterstützer des offenen Briefes „in keiner Weise zustimmen”. Den Vergleich der Homosexualität mit Linkshändigkeit halten sie für verzerrend und banalisierend.

Wo Homosexualität als naturgeben „propagiert und Therapien diskreditiert werden, verweigert man Menschen, die unter ihren homosexuellen Empfindungen leiden, die Hilfe zur Veränderung”, heißt es im Brief weiter. Die Sicht Buß sei „ein Weg der Abkehr von der biblischen Orientierung”.

Synode: Diskriminierung entgegentreten

Pastor Christoph Dickel gehört zu den Buß-Kritikern

In seiner Antwort verweist der Landespräses auf einen Beschluss der Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen aus dem Jahr 1996. Konsens sei es gewesen, „dass der Diskriminierung von Homosexuellen in Kirche und Gesellschaft entschieden entgegen zu treten ist”. Gefordert wurde zudem, den Diskussionsprozess fortzusetzen.

Die Pfarrer, mehrheitlich aus Lüdenscheid, dem Volme- und Lennetal, bezweifeln, dass Buß an weiterer Diskussion gelegen sei. Für Pfarrer Christoph Dickel gibt Buß bereits vor, „wo es landen soll.” Sein Fazit: „Der Präses geht zu weit.”Deswegen sei die Unterschriftenaktion gestartet worden, nicht nur im Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg.

Rüdiger Kahlke

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Kommentare
02.06.2011
19:53
Kritik an Präses Buß wegen Haltung zu Homosexuellen
von Plattini | #156

Homosexulaität ist in meinen Augen keine Krankheit, sie ist einfach nur eine Sünde an der Schöpfung Gottes.

03.02.2010
10:50
Kritik an Präses Buß wegen Haltung zu Homosexuellen
von Die Unwissende | #155

Liebe Kirchenväter, ihr wißt doch, dass Gott REINE Liebe ist! Lernt endlich was das ist!

09.12.2009
12:36
Blockierter Kommentar.
von Matthias.Kiesel | #154

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

06.12.2009
05:40
Kritik an Präses Buß wegen Haltung zu Homosexuellen
von reinerderzweite | #153

Ein abschreckendes Beispiel einer sich abkapselnden Kirche ist der Herner Kirchenkreis, der von frömmelnden Fundamentalisten geführt wird und alles kritische gnadenlos verfolgt.

06.12.2009
00:42
Kritik an Präses Buß wegen Haltung zu Homosexuellen
von tolstefanz | #152

Lieber hobbyläufer, homosexuelle Menschen erleben ihre Liebe zu einem anderen Menschen ebensowenig als tragische Erkrankung, wie heterosexuelle. Wenn Sie dies selber vielleicht auch nicht nachvollziehen können, dann sollten Sie das wenigstens zur Kenntnis nehmen. Eine Therapie ist nur dann angezeigt, wenn Menschen unter etwas leiden! Homosexuelle Menschen hat es zu allen Zeiten gegeben und wird es zu allen Zeiten geben. Gottes Schöpfungsplan hat dafür gesorgt, dass der Fortbestand der Menschheit dadurch nicht gefährdet wurde noch wird.

02.12.2009
08:11
Kritik an Präses Buß wegen Haltung zu Homosexuellen
von hobbyläufer | #151

Warum wird hier immer wieder auf die Kirche geschimpft, ausser dass ev. Theologen das Thema auf den Punkt gebracht haben gibt es hier keinen Bezug Kirche zu Sexuelle Orientierung.
Ich habe mit der Kirche überhaupt nichts an der Mütze, aber ich unterstütze jeden der ganz klar Stellung zu dieser degenierierte Lebensform nimmt.
Nur weil die Betroffen sich für normal halten heißt es nicht das sie wirklich gesund sind. Sie sehen ihre tragische Erkrankung nur nicht als Erkrankung!
Die tapfere lebenseinstellung wäre lobenswert, wenn da nicht der Therapiebedarf so dringend gegeben wäre!

09.11.2009
17:01
Kritik an Präses Buß wegen Haltung zu Homosexuellen
von Timm Johannes | #150

Und schon sind unserer rechtsradikalen Blogger unterwegs, die sich das Mäntelchen einer scheinheiligen und heuchlerischen Religiösität umlegen, das sie in Wahrheit nicht tragen.

---
Schön und lobenswert das die EKD und die Landeskirchen der EKD längst Segnungsgottesdienst für verheiratet, homosexuelle Paare ermöglicht haben und es das gute Grundsatzdokument der EKD Verlässlichkeit und Verantwortung stärken gibt, das homosexuelle Paare ethisch und theologisch unterstützt. Schön das die EKD und auch die Landeskirche Westfalen eine solch befürwortende Haltung zu Homosexualität hat.

Das kleine Häufchen der alternden Pastoren aus dem Sauerland, das da jetzt den Kirchenvorstand in Bielefeld angepisst hat, sollte sich schämen, wenn es veraltete Vorurteile bedient und auf Therapien verweist, die letztmalig in den 1950er und davor unter den Nazis propagiert wurden.

09.11.2009
13:24
Kritik an Präses Buß wegen Haltung zu Homosexuellen
von Tim Shady | #149

Nachtrag:
Warum müssen Kritiken gegen homosexuelle Menschen eigentlich immer gleich mit Verbesserungsvorschlägen für ihr Leben einhergehen???
Kann sich denn ein Ablehner dieser Lebensart, die ich als glücklich empfinde, nicht respektvoll zurückhalten und sich mit provozierenden Anhängseln zu seiner individuellen Kritik zurückhalten???
Kein Wunder, dass sich Schwule und Lesben durch derartige Bevormundungen immer angegriffen fühlen und entsprechend antworten/reagieren!

09.11.2009
13:19
Kritik an Präses Buß wegen Haltung zu Homosexuellen
von Tim Shady | #148

Als schwuler, durchaus selbstbewusster und im Leben stehender erwachsener und geistig völlig klar denkender Mann, kann ich diesen Therapie-Blödsinn, der immer wieder von gestrig denkenden ins Spiel gebracht wird und den ich unverschämt und fast schon beleidigend finde, nur zurückweisen! Mir stellt sich eher die Frage, WER hier therapiert werden muss?

09.11.2009
11:20
Kritik an Präses Buß wegen Haltung zu Homosexuellen
von Karin1 | #147

@ 136 Brad Pitt

Derartige Schmierenkomödianten treten in jedem Forum auf.
Ihnen und Ihrem Lebensgefährten einen wunderschönen Tag..., trotz schlechten Wetters ;-))

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