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Streitpunkt

Jägern sind bei Wildfütterung die Hände gebunden

19.02.2010 | 13:04 Uhr
Jägern sind bei Wildfütterung die Hände gebunden

Märkischer Kreis. Beim Thema Wildfütterung ist in Nordrhein-Westfalen ein heftiger Streit entbrannt. Inzwischen liegt sogar eine Dienstaufsichtsbeschwerde des Tierschutzvereins Iserlohn gegen die Kreisverwaltung vor. Die Jäger beteuern: "Uns sind die Hände gebunden."

Für viele Bürger ist unverständlich, dass die Jäger offenbar weniger füttern als in früheren Jahren, obwohl doch die Schneemassen in den Wäldern Rekordhöhe erreicht haben. Ein Beispiel ist der Märkische Kreis.

Inzwischen liegt dort sogar eine Dienstaufsichtsbeschwerde des Tierschutzvereins Iserlohn gegen die Kreisverwaltung vor, der vorgeworfen wird, als Untere Jagdbehörde nicht rechtzeitig eine Notzeit ausgerufen zu haben.

Dabei ist die Zurückhaltung der Jäger alles andere als freiwillig. „Wir würden gerne füttern, doch uns sind die Hände gebunden”, beteuert die Vorsitzende des Hegerings Lüdenscheid, Dorothea Zeppke-Sors, und gibt den Schwarzen Peter an die Landesregierung weiter.

Anfang des Jahres hatte Düsseldorf im Eilverfahren der Fütterung des Wildes enge Grenzen gesetzt. Sobald die vorhandenen Lagerbestände aufgebraucht sind, dürfen Jägern nur noch in eng definierten Notlagen in ihrem Revier füttern. Grund dafür ist die Angst vor der weiteren Ausbreitung der Schweinepest.

Beim Geld hört Freundschaft auf

Beim Geld hört die Freundschaft auf, das mussten in den vergangenen Monaten auch die heimischen Jäger lernen. Trotz aller Kritik an ihrem für Außenstehende zuweilen nur schwer nachvollziehbaren Hobby, konnten sich die Waidmänner in der Vergangenheit stets der Unterstützung durch die Politik sicher sein.

Jäger Peter Dicke (76) begeht sein Revier nach dem starken Schneefall mit Langlaufski. Momentan wird das Wild mit Zuckerrüben gefüttert. Raith-

Doch die sprunghafte Vermehrung der Wildschweine und die damit einhergehenden Schäden brachte jetzt nicht nur die Landwirte auf die Palme, sondern sorgte auch in der Fleischindustrie für Unruhe.

„Da werden wirtschaftliche Verluste in Milliardenhöhe befürchet”, berichtet Dr. Dietrich Broer vom Veterinäramt Hagen. Das Problem: „Wenn sich das erste Hausschwein infiziert hat, können sie Mettwurst aus Westfalen auf der ganzen Welt als Geschenk anbieten – und keiner wird sie nehmen.”

Land hat Notbremse gezogen

Angesichts dieser Gefahr hat das Land die Notbremse gezogen. Um die Vermehrung der Wildschweine in den Griff zu bekommen, wurde den Jägern das Füttern von Schwarzwild komplett verboten. Nur, wenn der zuständige Kreisveterinär eine Notzeit ausruft, darf künftig noch gefüttert werden. Das bisher übliche Anlocken von Wildschweinen bei Jagdgesellschaften ist tabu.

Wie streng dieser Erlass gehandhabt wird, zeigt der Umstand, dass in diesem Winter noch nirgendwo in NRW ein derartiger Notstand festgestellt wurde. Dass die Tiere im Wald derzeit nicht hungern, bestätigen auch die Jäger. Die festgestellten Fettpolster bei geschossenen Tieren und die immer noch zu findenden Brombeeren und Bucheckern zeigten, so Dorothea Zeppke-Sors, dass Schwarz- und Rotwild noch genügend Futter vorfinden.

Dass Jäger wie Peter Dicke derzeit trotzdem sogar mit Skiern Zuckerrüben in den Wald bringen, liegt schlicht daran, dass die Vorräte bis April aufgebraucht werden müssen.

Jörg Jung

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Kommentare
20.02.2010
22:27
Jägern sind bei Wildfütterung die Hände gebunden
von r.p. | #14

wer weiß, Guidolino als Außentigerente steht vielleicht auf Wildschweinereien??

Wildfüttern aus Jägersicht hat sowieso nur den Zweck, den Wildbestand zu kontrollieren

20.02.2010
17:31
Jägern sind bei Wildfütterung die Hände gebunden
von holmark | #13

Na, wenn Guido anfängt sich zu ergeifern, da werden die Wildschweine aber schnell den Bache heruntergehen...

20.02.2010
12:08
Jägern sind bei Wildfütterung die Hände gebunden
von M.M. | #12

Wie kann man mit gebundenen Händen Tiere füttern und die Schwarzkittel sind sowieso alles Kommunisten wie Gysi und Lafontaine, so, wie die sich im Garten benehmen, also die Schwarzkittel....Muss Westerwelle mal nachschauen......, sich drum kümmern oder, was er besser kann, ordentlich ereifern.........

20.02.2010
11:46
Jägern sind bei Wildfütterung die Hände gebunden
von Hastewas | #11

Natürliche auslese? Tja, da haben wir Menschen
der Natur ja ein Schnippchen geschlagen was?
Mal darüber nachdenken..........

20.02.2010
10:49
Jägern sind bei Wildfütterung die Hände gebunden
von derhamburger | #10

#7 von jaeger1988
frage ist naturschutz in nrw anders als in lübeck

20.02.2010
10:36
Jägern sind bei Wildfütterung die Hände gebunden
von Hans Rainer Godehardt | #9

Ob Jäger Füttern oder es nicht dürfen,sie werden
immer die bösen Buben und Mörder sein,soviel
zum menschlichen Unterschied. MfG H-R G.

20.02.2010
08:52
Jägern sind bei Wildfütterung die Hände gebunden
von Hubertus:Schiessmichtot | #8

Wer hätte gedacht, dass Tierschützer eines Tages dafür kämpfen, das die sommerlichen Jagdgesellschaften genug vor die Flinte kriegen.

20.02.2010
00:12
Jägern sind bei Wildfütterung die Hände gebunden
von jaeger1988 | #7

Lübeck liegt nicht in NRW. Noch nicht zumindest.

19.02.2010
19:32
Jägern sind bei Wildfütterung die Hände gebunden
von derhamburger | #6

hier der ganze artikel.
http://www.ln-online.de/artikel/2739286

19.02.2010
19:30
Jägern sind bei Wildfütterung die Hände gebunden
von derhamburger | #5

was ist den nun richtig?
Lübeck - In diesem harten Winter finden die Wildtiere kaum noch etwas zu fressen. Deshalb ist das Fütterungsverbot aufgehoben worden – was Naturschützer kritisieren: So werde die natürliche Auslese verhindert.

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