Inflationsausgleich nicht erreicht
18.02.2010 | 21:22 Uhr 2010-02-18T21:22:00+0100Märkischer Kreis. Zügig haben sich die Tarifparteien der Metall- und Elektroindustrie auf einen neuen Vertrag geeinigt. Damit haben Arbeitgeber und Betriebsräte zugleich mehr Möglichkeiten tarifliche Dinge in eigener Regie zu erledigen.
„Wir sehen das sehr positiv”, lobt Karl-Friedrich Waffel, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes in Lüdenscheid, die neue Flexibilität. „Die Stärkung der betrieblichen Ebene war die Zielrichtung, die wir verfolgt haben”, sagt Waffel. Die Umlage von Sonderzahlungen auf das monatliche Entgelt helfe Firmen, Kosten während der Kurzarbeit erträglich zu gestalten. Beschäftigte profitierten durch höheres Kurzarbeitergeld.
„Ein ganz vernünftiger Abschluss, um Arbeitsplätze zu sichern”, meint Klaus Zeisler, Betriebsrat bei Jung Boucke in Halver und nach eigenen Angaben Mitglied der Tarifkommission. Arbeitszeit zu verkürzen, „wenn man dadurch Kündigungen vermeiden kann, sehen ich als sehr gut an.”
„Sowas als Erfolg zu verkaufen ist ein Witz”, rüffelt Alfred Kreikebaum, Metaller aus Meinerzhagen, seine Gewerkschaft. Manche hätten bereits durch Prämienkürzungen fast 600 Euro eingebüßt. Einen Teil davon bekämen Arbeitnehmer jetzt als Trinkgeld wieder. So wie die Tarifrunde abgelaufen sei, laufe das auf „eine Entmündigung der Mitglieder” hinaus.
Die Einmalzahlung von 320 Euro hält Zeisler „für besser als nichts”. Sie diene immerhin dazu, jetzt Arbeitsplätze zu erhalten. Mit Blick auf die 4,2 Prozent Zulage für die beiden Vorjahre meint aber auch Zeisler: „Vor Jahren haben wir etwas verpasst”.
„Das war nicht so dolle”, stimmt Hanns-Jürgen Sandhof, Betriebsrats-Vorsitzender aus Halver, zu. Den neuen Abschluss nennt er allenfalls „durchwachsen”. Mit den 320 Euro und steigenden Krankenkassen-Beiträgen sei ein Inflationsausgleich nicht gewährleistet.
08:25
ERA bzw die Überschreiter nicht zu vergessen, aber
von diesem Wunderwerk möchte keiner mehr etwas hören!.