Hund und Katze beten mit Fliege
05.08.2008 | 21:19 Uhr 2008-08-05T21:19:00+0200Iserlohn. Ob ein Golden Retriever an Gott glaubt, wird Pfarrer Andreas Michael Kuhn wohl nie erfahren. Wohl aber, dass Hunde Gottesdienste durchaus genießen.
"Wir packen natürlich nicht 200 Tiere in eine Kirche, ein Pfarrer kommt und hält einen Gottesdienst ab”, sagt Pfarrer Kuhn. „Er ist für Menschen, die die Beziehung zu ihrem Tier intensiv leben. Und für die ist so ein Erlebnis mit ihrem Tier sehr prägend. Gemeinsam mit dem Pfarrer Jürgen Fliege und dem Hundepsychologen Martin Rütter hält Kuhn an diesem Wochenende bereits den sechsten Gottesdienst für Tiere, Herrchen und Frauchen im Iserlohner Floriansdorf ab. Trotzdem geht es nicht zu wie im Zoo, wie Pfarrer Kuhn sagt: „Man denkt: rechts bellen zwanzig Hunde, links wiehern die Pferde. Aber es herrscht eine sehr harmonische Atmosphäre. Die Tiere spüren das auch und sind ziemlich entspannt.”
Entsprechend der tierisch ungewöhnlichen Teilnehmerzusammensetzung passen die Veranstalter auch die Liturgie des Gottesdienstes an. „Wir müssen uns noch überlegen, wie genau wir die Segnung der Menschen und Tiere durchführen”, sagt Kuhn. Pfarrer Fliege habe auch einige Ideen zum Ablauf beigesteuert.
Die intensive Form der gelebten Beziehung zu Gott einerseits und zu Tieren andererseits soll am Samstag, 9. August im Floriandorf Ausdruck finden. „Tiere sind auch Geschöpfe Gottes”, sagt Pfarrer Kuhn. Darum mache ein gemeinsamer Gottesdienst Sinn, wenn auch nicht in einer Kirche. Pfarrer Kuhn bevorzugt Tiergottesdienste unter freiem Himmel. „Ich finde die Natur als Lebensraum für Tiere angemessener”, erklärt der Vertreter der evangelischen Versöhnungs-Kirchengemeinde. „Schon alleine, wenn ein Tier seine Notdurft verrichten muss, ist das angenehmer”, sagt er lachend.
Auch wenn die leitenden Geistlichen evangelisch sind, wird der Gottesdienst „vom Wesen und Begriff her ökumenisch”, sagt Pfarrer Kuhn. Dazu gehört auch der Wortlose Ausdruck von Liebe, dem Pfarrer Fliege einen Vortrag widmen wird. Der ausgeblidete Tierpsychologe Rütter ergänzt auf sachliche Weise den Gottesdienst mit Tipps für das optimale Zusammenleben mit vierbeinigen Weggefährten. „Tierschutz wird auch Raum einnehmen”, fügt Kuhn ein, genau wie eine Kollekte zugunsten des Tierschutzes.
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