Das Fest der Poesie
30.03.2009 | 15:45 Uhr 2009-03-30T15:45:00+0200Lüdenscheid. Ein Raum voller Jugendlicher, die gebannt den Worten 21 mutiger Künstler lauschen, mal schweigend, mal lachend und oft jubelnd. Der erste Lüdenscheider Poetry Slam im Jugendtreff SternCenter war ein voller Erfolg.
„Ein Fest der Poesie", so beschrieb Moderator und Slammer Marian Heuser aus Münster die Idee des Poetry Slam (auf deutsch so viel wie Dichterwettstreit).
„Das ist eine sehr respektvolle Sache, und es gehört eine Menge Mut dazu, hier aufzutreten." 21 junge mutige Autoren stellten sich der Herausforderung und trugen ihre Texte vor über 140 Zuhörern vor, die Jüngste von ihnen mit gerade 13 Jahren. In den Pausen spielte Sam Moor Gitarre und sang.
Die Themen der Texte, ganz egal ob in Lyrik oder Prosa verfasst, ob gesprochen oder als Sprechgesang vorgetragen, waren breit gefächert: So beschrieb Gjenadinn seine „Begegnung mit Herr Tod". Julian kritisierte das mangelnde Freizeitangebot und die Schwerpunkte des Stadtbildes in Lüdenscheid, nämlich „Konsumhaus und Altersheim", freute sich aber über den Poetry Slam als „Hoffnungsschimmer", und Marielle gewährte einen Einblick in das Leben des 70-jährigen Jeff in New York, der gerade auf dem Weg ist zu einem Treffen mit der absolut schönsten Frau, die er je gesehen hat.
Konrad berichtete von seinem persönlichen High Noon, bei dem er seiner offenkundigen Fröhlichkeit wegen von Passanten mit Geschossen, wie negativen Finanzmeldungen oder einem Essay über den Verfall der deutschen Sprache attackiert wurde und Fabian Paffendorf las die Geschichte „Hugo der Zeitungspanda" aus seinem bald erscheinenden ersten Buch „Keine Diskussion". Zur Zeit ist er auf Lesetour durch ganz Deutschland unterwegs.
So trafen sich Skurriles und Ernsthaftes, Fröhliches, Kritisches, Lustiges und Trauriges in Alltagssituationen oder fiktiven Geschichten und das Publikum hörte gebannt zu und honorierte die Arbeit, die Präzision und Begeisterung der jungen Autoren mit tosendem Applaus. Der spielte bei dem Poetry Slam eine ganz besondere Rolle: Sieger wurde nämlich derjenige, der den lautesten Applaus bekam. Da war Moderator Marian Heuser so manches Mal in der Bredouille.
Erster Preis an Daniel Martin
Schließlich aber stand fest, dass Daniel Martin aus Lüdenscheid den ersten Preis, eine Sprungfeder, und zusätzlich ein Preisgeld von 50 Euro gewonnen hatte. Der zweite Platz und 30 Euro gingen an Gjeladinn Dollei. Dritte wurde Agnieszka Smyrek, die sich über ein Preisgeld von 20 Euro freuen durfte.
Für alle, die den ersten Lüdenscheider Poetry Slam verpasst haben, lesen die drei Bestplatzierten ihre Werke im Radio vor, Ausstrahlung ist am Sonntag, 5. April, auf Radio MK.
Veranstalter des Abends war die Literaturinitiative WortWUCHT in Kooperation mit dem Jugendkulturbüro. Der Stadtjugendring sponserte die Veranstaltung.
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