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Charmante Clowns mit einer Vorliebe fürs Sofa

05.06.2009 | 13:34 Uhr
Charmante Clowns mit einer Vorliebe fürs Sofa

„Ein Leben ohne Mops ist möglich – aber sinnlos.” Eine geradezu philosophische Aussage, getroffen von niemand geringerem als Loriot.

Der Mops und sein Mensch: Molle (li.) und Bonny mit Frauchen Nicole Reil. „Ich liebe sie über alles”, sagt die 29-jährige Lüdenscheiderin.

Ganz so dramatisch wie der Humorist sieht die Lüdenscheiderin Nicole Reil die Verbindung zwischen dem menschlichen Dasein und dem Hund mit der platten Schnauze und dem gedrehten Schwänzchen zwar nicht. Doch auch in ihrem Leben spielen die beiden Möpse Bonny und Molle eine gewichtige Rolle: „Ich liebe sie über alles.”

Lüdenscheid und der Mops – sollte da eine besondere Beziehung bestehen? Fast scheint es so, denn schließlich ist der anerkannte Mops-Experte Loriot zugleich der Erfinder des Herrn Müller-Lüdenscheidt. Vielleicht ist es aber auch nur ein Zufall, dass sich in der Bergstadt allmonatlich eine Gruppe mit dem Namen Mumis („Mops und Mensch im Sauerland”) trifft und jährlich zum großen Mopsrennen einlädt.

Bei dem Spaziergang durch die Othlinghauser Wiesen tollen die siebeneinhalbjährige Bonny und der ein Jahr jüngere Molle mit einer Schnelligkeit herum, die man ihnen auf den ersten Blick gar nicht zutraut. Und auch gegenüber deutlich größeren Artgenossen zeigt sich das Duo sportlich und legt eine gesunde Portion Selbstbewusstsein an den Tag. Keine Spur vom überzüchteten Schoßhündchen, als das der kompakte Vierbeiner oft bezeichnet wird. „Der Mops ist sicherlich nicht für jemanden geeignet, der von einem Schäferhund träumt”, sagt Nicole Reil. „Aber der Mops ist schon ein richtiger Hund, der haart und durchaus wachsam ist.”

Aber Möpse besitzen auch ihre eigenen, zumeist sehr liebenswerten Eigenschaften. „Wenn man mit einem Mops zusammenlebt, muss man damit rechnen, zumindest im ersten Jahr kaum allein auf die Toilette gehen zu können”, beschreibt die 29-jährige Lüdenscheiderin die besondere Anhänglichkeit der Tiere. Und die beweisen sie nicht nur im Bade-, sondern auch im Wohnzimmer. Neben seinem Menschen auf der Couch zu liegen – das liebt der Mops. „Und dabei darf es einen nicht stören, dass er häufig den besten Platz einnimmt und ab und zu auch mal schnarcht”, erzählt Nicole Reil voller Verständnis. Nicht selten würden Bonny und Molle dabei wie ein Sandwich übereinander dösen, was ebenfalls eine mopsspezifische Angelegenheit sei. „Das nennt man Kontaktliegen”, erklärt das Frauchen. „Sie schlafen schon als Welpen häufig übereinander und behalten dieses Verhalten auch später bei.”

Vor allem sei der Mops aber eins: ein Clown. „Sie schaffen es, die Menschen zum Lächeln zu bringen und stehen liebend gern im Mittelpunkt. Das muss man wollen und gut finden”, erläutert Reil die vielleicht ausgeprägteste Eigenschaft der Vierbeiner. Ein Paradebeispiel dafür lieferte Molle ab, nachdem er erstmals das Mopsrennen gewonnen hatte. „Als alle jubelten, das fand er total gut. Nachdem wir den Pokal entgegengenommen hatten, ging er ganz stolz davon und hob zur Bestätigung noch mal das Beinchen.”

Vorzüge von Kindern, Katzen und Mäusen

Dass der Mops in den vergangenen Jahren auf der Beliebtheitsskala deutlich zugelegt hat, sieht Nicole Reil mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits freut sie sich natürlich, dass bei den Mumis-Treffen mittlerweile 30 Hunde mit ihren Besitzern erscheinen und beim vergangenen Mopsrennen über 40 Sprinter an den Start gingen. Andererseits warnt sie davor, einen Mops mal eben so auf irgendeinem Tiermarkt zu kaufen: „Man muss sich vorher informieren, um einen vernünftigen Züchter zu finden.”

Denn tatsächlich scheinen die Tiere irgendwie eine besondere Anziehungskraft auf Menschen auszuüben. Das wird auch beim Spaziergang durch Othlinghausen deutlich, als eine Frau Bonny und Molle sieht und sogleich ganz erfreut „Ach – zwei mopsfidele Möpse” ruft. Vielleicht liegt's ja daran, dass sie so anders sind als andere Rassen. Loriot geht sogar einen Schritt weiter: „Möpse sind mit Hunden nicht zu vergleichen. Sie vereinigen die Vorzüge von Kindern, Katzen, Fröschen und Mäusen.“

Michael Schuh

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