"Zustand ist inakzeptabel"
17.03.2010 | 21:30 Uhr 2010-03-17T21:30:00+0100
Wasserkurl/Unna-Massen. Bewegung kommt offenbar in die Suche nach einer Lösung für kontaminiertes Grundwasser, das von Unna-Massen aus in Richtung Körne oder Körnebachklärwerk gepumpt wird. Der Kreis legt sich inzwischen schwarz auf weiß fest: „Der derzeitige Zustand ist inakzeptabel.”
Der Kreis will abwarten, bis laufende Messungen des Lippeverbandes ausgewertet sind. Das soll innerhalb der nächsten vier Wochen geschehen. Danach will der Kreis eine Abstimmung mit Lippeverband, Bezirksregierung und den Städten Unna und Kamen herbeiführen. Dabei soll geklärt werden, ob und wie die Kosten für eine Vorklärungsstufe am Pumpwerk Massener Straße in Unna aufgebracht werden können. Dort wird Grundwasser aus Massen mit Kontaminierungen aus einem Teerölbecken der ehemaligen Zeche und Kokerei in Massen in Richtung Kamen gepumpt. Das kontaminierte Abwasser fließt entweder durch Kanalrohre zum Körnebachklärwerk oder wird bei starkem Regen abgeschlagen in die renaturierte Körne.
Michael Steinbach, Pressesprecher des Lippeverbandes, hält beides für ungeeignet. Für die angenommenen Belastungen sei das Klärwerk nicht geeignet und auch der sonst übliche Regenwasserabschlag werde so zum Problem. Der Kreis räumt in einem Bericht von Ende Februar ein: „Das geförderte Wasser sollte nach Möglichkeit nicht in ein ökologisch verbessertes Fließgewässer wie die Körne oder den Massener Bach eingeleitet werden.”
Diese Entscheidung wird in Kamen geteilt. „Wir begrüßen sehr, dass Bewegung in den Vorgang kommt”, so der Beigeordnete Jochen Baudrexl. Insbesondere scheine inzwischen die Belastung so ernst genommen zu werden, dass nicht mehr einfach nur auf Verdünnungseffekte im Abwassermix gesetzt wird. Die Kamener CDU will ebenfalls nicht lockerlassen. Sie hat das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Betriebsausschusses des Eigenbetriebs Stadtentwässerung gesetzt. Fraktionsvorsitzender Heinrich Kissing kritisiert, dass seit ersten Erkenntnissen 2001 nicht viel geschehen sei: „Wir haken weiter nach.”
Auch die Stadt Kamen macht weiter Druck. Sie hat dem Lippeverband angekündigt, dass sie Widerspruch einlegen werde gegen den nächsten Umlagebescheid, weil der sie weiter zahlen lässt für das belastete Fremdwasser aus Massen. Jochen Baudrexl stellt klar, Kamen könne zur Finanzierung von Lösungsmaßnahmen nicht herangezogen werden. Auch der jetzige Eigentümer des Pumpwerkes, eine Firma in den USA, sieht sich nicht in der Zahlungspflicht.
Jochen Baudrexl hält zusätzlich für erforderlich, dass man sich der Quelle der Belastungen in Massen zuwendet. Dort läuft ein erstes Gutachterverfahren. Ergebnisse sollen im Sommer vorliegen.
13:34
Ich frage mich, was das wieder soll. Aus meiner Sicht hat der Verursacher die Zeche zu zahlen und kein anderer und vor allem nicht schon wieder der Steuerzahler. Andere bauen Mist und der Stuerzahler darf wieder die Geldbörse aufmachen.
Das zum einen...
...zum anderen wunder ich mich, dass Idioten immer noch nicht kapiert haben, dass derartige Umweltverschmutzung auf uns alle zurück fällt und betrifft.