Vampire tanzten im Musical-Fieber
09.01.2008 | 20:20 Uhr 2008-01-09T20:20:30+0100Kamen. Musicalmelodien scheinen (fast) alterslos. Das "Musical-Fieber" ergriff in der Stadthalle ganz junge und deutlich ältere Kamener, die entweder noch nie in New York waren, oder auf Radio Gaga abfahren.
Natürlich kann eine Tourneeproduktion und kann die Stadthalle bei Sound und Technik nicht mithalten mit spektakulären Musical-Bauten in Großstädten und mit deren Orchestern. Die "Musical-Fieber"-Band und deren Techniker aber überwanden schnell anfangs schrille Klänge. Gute Stimmen und engagierter Tanz in Verbindung mit geschickt projezierten Hintergrundbildern und prächtigen Kostümen begeisterten die nicht ganz ausverkauften Reihen. Bei Highlights aus Cats, "Dirty Dancing" oder "Das Phantom der Oper" hielt es die Kamener nicht auf den Plätzen.
Finalist aus "You can Dance" überragte
Dass vielleicht doch auch Musicalmelodien in die Jahre kommen können, zeigten Einlagen aus Anatefka oder "My Fair Lady", die eindeutig eher die älteren Besucher ansprachen wie auch Moderator Klaus Tilsner, der beides sang. Ansonsten begleitete er geschickt die musikalische Reise. Auszüge aus dem neuen Udo-Jürgens-Musical weckten den Verdacht, dass dessen Evergreens für jüngere Hörer vieleicht doch noch mehr Nähe zum Schlager als zum Musical-Event haben. Dass auch Musicalacteure gelegentlich in die Jahre kommen oder ihr Traumgewicht verlassen, wurde nicht nur beim Abba-Medley unübersehbar.
Insgesamt aber zauberte die Musical-Fieber-Tournee schnell die Atmosphäre großer Erfolge von Andrew Lloyd Webber herbei. Cats und Evita mit ruhigen Bühneninszenierungen wechselten mit turbulenten Szenen aus "Sister Act" oder der "Rocky Horror-Picture-Show". Speziell beim mit viel Witz präsentierten "Sister Act" sprang der Funke zum Publikum über.
Mit tollen Stimmen begeisterten Julia Bielinski und Zoltan Tombor solo wie im Duett. Tänzerisch stach Kim Willecke deutlich heraus. Ihn kannten manche Kamener aus seiner Finalteilnahme bei der Sat1-Show "You Can Dance".
Das Programm ließ kaum ein Musical-Highlight aus, von "We Will Rock You" bis zum "König der Löwen" oder dem "Tanz der Vampire". Belohnt wurden zweieinhalb Stunden Musical-Magie mit rauschendem Applaus und Zugabeforderungen, die natürlich auch erfüllt wurden.
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