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Schwerer Weg in Einmütigkeit

13.12.2009 | 17:24 Uhr
Schwerer Weg in Einmütigkeit

Kamen. So imposant der Auftakt der Knappenvereine zur traditionellen Barbarafeier in der Stadthalle war, er hatte doch etwas bedrückendes:

Wenn sie auch nicht die letzte Feier des Bergwerks Ost ist, wie Betriebsratsvorsitzender Wolfgang Junge versprach, so war sie für die anwesenden Bergleute doch die letzte bei laufender Produktion ihrer Zeche. Mit der Stilllegung des Bergwerks Ost am 30. September 2010 verabschiedet sich der Bergbau nach 120 Jahren endgültig aus der Region.

Der Sozialplan für rund 2400 Mitarbeiter sei erstellt, teilte Junge mit. Schwerpunkte bildeten Modalitätszulagen für Kollegen, die künftig in anderen Bergwerken arbeiten (der Jahrgang 1962 wird nicht mehr verlegt), die Verlegung der Mitarbeiter in angestammte Jobs, der Erhalt eines Betreuungsbüros vor Ort oder die Fortführung der Ausbildung. „Es ist uns gelungen, das Bestmögliche rauszuholen”, zeigte sich Junge überzeugt. Seit Samstag könne der Sozialplan im Betriebsratsbüro eingesehen werden.

Niedergeschlagenheit oder gar Endzeitstimmung angesichts der bevorstehenden Zechenschließung wollte aber keiner der Redner in der Stadthalle aufkommen lassen. Stattdessen setzten sie auf Einmütigkeit und Solidarität auf dem schweren Weg. „Wir müssen für einen Sockelbergbau kämpfen”, machte Junge deutlich. Auch Bürgermeister Hermann Hupe forderte Beharrlichkeit ein und erklärte, die sogenannte Revisionsklausel müsse in den Sockelbergbau münden. Hintergrund: Der Kohlekompromiss sieht vor, dass der Steinkohlebergbau in Deutschland 2018 endet. 2012 kann dieser Beschluss mittels der Revisionsklausel überprüft werden. Manfred Freitag, IGBCE-Vorsitzender, wies darauf hin, dass ohne den Bergbau viele qualifizierte Ausbildungsmöglichkeiten verloren gingen. Einen Strukturwandel, der Bildung statt Kohle in den Vordergrund stellt, „ist das letzte, was die Region braucht”, warnte er.

Hauptredner Hubertus Schmoldt, Präsident der Europäischen Föderation der Bergbau-, Chemie- und Energiegewerkschaften verwies auf den Klimagipfel, bei dem auch die Energiepolitik eine wichtige Rolle spiele. Weltweit, erklärte er, nehme die Verstromung der Kohle zu. Doch allein die Industrieländer könnten sich die Förderung neuer Technologien leisten. In China ginge jede Woche ein neues Kohlekraftwerk ans Netz, das technologisch nicht auf dem neuesten Stand sei. Deshalb müsse auch das von der schwarz-gelben Regierung angekündigte Energiekonzept unterstützt werden. Angesichts steigender Energiekosten müsse man ohnehin darüber nachdenken, ob man tatsächlich eigene Kohleressourcen im Land aufgebe. Die Landtagswahl im Mai, prognostizierte Schmoldt, sei eine entscheidende Wegmarke. Es sei Aufgabe der Politik, neue Arbeits- und Ausbildungsplätze in der Region zu schaffen.

Ulrike Faulhaber

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