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Rechtsradikale finden in Kamen kein Gehör

29.08.2009 | 17:09 Uhr
Rechtsradikale finden in Kamen kein Gehör

Kamen. Eine Lehrstunde in Sachen Demokratie erteilten am Samstag einmal mehr die etablierten Parteien in Kamen einer rechtsradikalen Gruppe, die in der Innenstadt für Aufregung sorgen wollte. Nach einigen Stunden enger Begleitung ließen Polizeikräfte die Teilnehmer abziehen.

Erst am Morgen war der Auftritt telefonisch angemeldet worden. Die gleiche Gruppe hatte eigentlich in Unna demonstrieren wollen. Landrat Michael Makiolla aber hatte das mit Verweis auf belegte öffentliche Plätze untersagt. Einer der Wortführer hatte darauf hin in der Nacht noch rechte Schmierereien in der Kreisstadt hinterlassen wollen und wurde vorübergehend festgenommen. In Hamm dagegen durfte sich die Gruppe am Morgen öffentlich treffen und kündigte dann spontan an, auch Kamen heimsuchen zu wollen.

Eine kleine Gruppe Rechtsradikaler zog durch die Stadt.

Ganz habe man dort einen Aufzug nicht untersagen können, so Makiolla vor Ort gegenüber unserer Zeitung. Ein Verwaltungsrichter war per Telefon an der Abstimmung darüber beteiligt. So habe man den Akteuren eine kleine Runde durch die Innenstadt genehmigt, nicht aber die gewollte Kundgebung vor einem Treffpunkt, in dem GAL und Antifa regelmäßig tagen.

Weniger als 50 Rechtsradikale versammelten sich am späten Vormittag am Kamener Bahnhof. Schnell kam an der Maibrücke in der Kamener Innenstadt eine deutlich größere Zahl der Anhänger der Parteien zusammen, die eigentlich in der Fußgängerzone für die Kommunalwahl am Sonntag werben wollten.

Auch die direkte Konfrontation beider Gruppen am Poststraßen-Kreisel verlief friedlich. Eine Phalanx von Linker bis CDU begleitete den Aufmarsch mit „Nazis raus”-Rufen. Die Parolen der Rechten verhallten weitgehend ungehört. Gelassen begleitete die Polizei die rechten Besucher bis zum Oststraßenkreisel und wieder zurück zum Bahnhof. Am Ende zog Michael Makiolla als Kreispolizeichef Bilanz. Jegliche Eskalation habe man unterbinden können. Um 15 Uhr zogen die Rechtsradikalen wieder ab.

K.-P. Wolter

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