Mutter will Tochter aus Haiti holen
29.01.2010 | 19:08 Uhr 2010-01-29T19:08:00+0100Kamen. Bei ersten Hilfsaktivitäten für Haiti hatte sich in Kaiserau schnell herumgesprochen: Eine junge Frau aus dem Stadtteil, Mitarbeiterin im Restaurant im Gemeindezentrum, hat selbst Verwandte beim Erdbeben verloren.
Und ihre achtjährige Tochter hofft nun zwischen Chaos und Trümmern darauf, dass ihre Mutter sie holen kommt. Viele aus der Gemeinde wollen dabei helfen.
Olaf Hoppe fühlt mit Stephanie Köhler, der er vor zwei Monaten als Hilfskraft im Restaurant Zum Turm Arbeit gab. Sie ist selbst gerade 22 Jahre jung, Tochter Jennifer ist acht Jahre alt.
Großvater starb in
den Haustrümmern
Das Geld für Flüge aufzubringen und die Kraft für das Abenteuer einer Rückholaktion fällt Stephanie Köhler nicht leicht. Mitten im Chaos der zerstörten Insel drohen Überfälle. Erst einmal muss außerdem die Ausreise genehmigt sein. Das Haus der Verwandten, bei denen Jennifer vor sechs Jahren zurückgeblieben war als ihre Mutter ausreisen konnte, wurde zerstört. Der Großvater kam in den Trümmern um. Der Familie dort ist nichts geblieben, nicht einmal Ausweispapiere.
Nach dem 7. Februar könnte zumindest das Geld für die Flugtickets kein großes Problem mehr sein. Olaf Hoppe organisiert mit anderen aus der Gemeinde einen Benefiztag. Dort soll Geld für die Opfer in Haiti insgesamt, aber auch für Stephanie und Jennifer zusammen kommen. Es geht mit dem Frühstück ab 10 Uhr los. Für alle Mahlzeiten an diesem Tag bis in den Abend hinein gilt: 5 Euro wandern jeweils in den Hilfstopf. Außerdem kann gespendet werden.
Viele Gemeindegruppen machen mit, auch Schulen aus dem Stadtteil. Am Nachmittag sind Schüleraufführungen geplant, die Bläser aus dem Stadtteil treten auf und der Gesangsselbsthilfechor Kraftquell. Eine Tombola wird organisiert.
Olaf Hoppe aber klappert nicht nur für Tombolapreise Geschäfte ab. Er hofft, dass örtliche Reisebüros helfen bei der Beschaffung günstiger Tickets. Leicht werde die Rückholung nicht, weiß er. In die haitianische Hauptstadt fliegen keine Passagierflugzeuge. Es bleibt nur der Umweg über die angrenzende Dominikanische Republik. Der Weg von dort ins Krisengebiet bleibt unsicher. Nur die Kooperation mit einer Hilfsorganisation könnte den weg eben.
Das auswärtige Amt hat Unterstützung versprochen. Doch es werde noch dauern, bis alle Hürden genommen sind, weiß Olaf Hoppe.
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