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Mayersche zieht bei Karrenberg ein

25.11.2009 | 17:33 Uhr
Mayersche zieht bei Karrenberg ein

Kamen. Die Mayersche Buchhandlung will im Juli eine Niederlassung in der Innenstadt eröffnen in den Räumen des Spielwarengeschäftes Karrenberg, das im Frühjahr schließen will. Als harten Schlag werten diese Nachricht die Buchhandlungen Hagena und Am Markt.

Die Zentrale der Mayerschen in Aachen bestätigt die Pläne. Das Unternehmen mit bisher 45 Niederlassungen expandiert massiv, geht auch in Mittelstädte und in kleinere Ladenlokale. Auf der eigenen Homepage werden neue Standorte gesucht. Vertreten ist das Unternehmen in Hamm und Dortmund, neuerdings auch in Lüdenscheid oder Herne. Die Strategie gelte der Sicherung der Arbeitplätze, teilt das Unternehmen mit.

Schockiert reagierten gestern die ortsansässigen Buchhandlungen. Gerlinde und Ann Kristin Hopp zeigten sich überrascht und verärgert darüber, dass ein langjähriger Partner in der Interessengemeinschaft der Innenstadthändler, mit dem man oft am Tisch gesessen habe, nun selbst einen weiteren Filialisten in die eigenen Räume holt. Damit beschwöre er einen Existenzkampf für eingesessene und familiengetragene Buchhandlungen am Ort herauf. Die Mayersche suchte aber offenbar ohnehin bereits nach einem Lokal in Kamen.

Gerlinde Hopp setzt auf die Treue ihrer Stammkundschaft. Helfen könne, dass man gerade mit einem Umzug den eigenen Standort verbessert habe. Man müsse darauf setzen, dass genug Kunden Buchkauf mit einem Gespräch verbinden wollen. Weniger Selbstausbeutung oder die angedachte Einstellung eines Lehrlings werde man sich nun erst einmal nicht leisten können, ergänzt Ann Kristin Hopp.

Auch Torsten Woywod, Geschäftsführer bei Hagena erklärt: „Wir haben nicht gerade Freudentänze aufgeführt”. Er erwartet Rückgänge bei den Bestellbüchern und Standardsortimenten. Woywod ist aber überzeugt, dass es Gegenstrategien geben werde. „Wir müssen eigene Bestseller kreieren und nicht nur auf die Spiegel-Bestseller-Liste setzen.” Außerdem werde man die Kooperation mit kleineren Verlagen suchen für ganz besondere Sortimente. Beide Buchhandlungen könnten sich auch vorstellen, gemeinsame Aktionen zu planen.

An ein nur kurzes Intermezzo der Mayerschen glaubt Woywod nicht. Angekündigt seien erhebliche Investitionen in den Standort, die auch ein großes Unternehmen wieder hereinholen müsse.

Die Mayersche kündigt ihrerseits an, vor Ort Kontakte zu Vereinen und Institutionen knüpfen zu wollen. Spezielle Projekte mit Kindern seien geplant. Das Unternehmen wurde im Jahr 1817 in Aachen gegründet. Seit der Gründung ist das Unternehmen in Familienbesitz, heute in Händen von Familie Falter. Es beschäftigt rund 1000 Mitarbeiter sowie etwa 125 Auszubildende.

Klaus-Peter Wolter

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