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Kinderbuch von Heinrich...

Geschichten über Bergmänner,"Mutterklötzchen" und die Zeche

26.03.2010 | 17:41 Uhr

Kamen. Vor 25 Jahren hatte noch fast jedes Kind in der Stadt einen Verwandten, Nachbarn oder Bekannten, der Bergmann war. Weil heute aber viele Kinder nicht mehr wissen, was eine Zeche, eine Halde oder ein „Mutterklötzchen” ist, hat Heinrich Peuckmann ein Buch für euch geschrieben.

Heinrich Peuckmann ist Autor und Lehrer. Der Kamener hat schon viele Bücher geschrieben und viele Kinderbeiträge für Radiosender. „Mein Vater war selber Bergmann”, erzählt er. Und bevor die Zeche Monopol in Kamen geschlossen wurde, hat er mit gekämpft für deren Zukunft und ist oft „eingefahren”.

Mit Tim und Anna

auf eine Reise gehen

Was eine Zeche ist und was Einfahren bedeutet erfahrt ihr aus dem Buch. „Tim und Anna fahren ein” heißt es. Einfahren nämlich, so erklärt den beiden Kindern ihr Onkel Albert in dem Buch, nannten Bergleute die Fahrt in die Tiefe. Mit einem Korb ging es hinab, der eigentlich ein Aufzug ist. Mehr als 1000 Meter tief unter der Erde wurde Kohle losgehauen und auf der Zeche nach oben gebracht. Früher wurde in vielen Häusern mit Kohle die Wohnung beheizt, heute noch wird mit Kohle Strom erzeugt.

Tim und Anna lässt Heinrich Peuckmann in seiner Geschichte ganz zufällig auf solche Fragen stoßen. Onkel Albert hat Pferde. Er erzählt den beiden, dass früher Pferde mit ihm tief unter der Erde gearbeitet hätten. Weil die beiden nun neugierig werden, zieht Onkel Albert mit ihnen los. Sie besuchen eine Zeche, dürfen aber nicht mit in die Tiefe, weil das zu gefährlich wäre. Aber sie lernen, dass Bergleute schwarz von der Arbeit dort unten wieder hoch kommen. Und sie erfahren, dass Kohle gewaschen werden muss.

Wie Bergleute früher gelebt haben, das lernen mit Anna und Tim auch die Leser des Buches. Viele bunte Zeichnungen helfen dabei. Die hat Philipp von Ketteler gezeichnet. Sie zeigen auch, dass das Leben im Bergwerk anstrengend und gefährlich war. Onkel Albert selbst wurde dort einmal verschüttet und musste nach vielen Stunden ängstlichen Wartens befreit werden.

Das Buch schildert aber auch die schönen Seiten des Bergmannslebens früher Jahrzehnte. Bergmannskühe zum Beispiel kommen darin vor, die eigentlich Ziegen sind und Tauben, wie sie auch heute noch die Kamener Brieftaubenfreunde züchten.

Wirklich toll ist das Buch geworden, in dem es viel zu lernen gibt, das aber auch richtig spannend zu lesen ist.

Klaus-Peter Wolter

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