Auch Bädern droht Streik
03.02.2010 | 18:24 Uhr 2010-02-03T18:24:00+0100Kamen. Mitarbeiter der Gemeinschaftsstadtwerke wollen sich an den heutigen Warnstreiks zum Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst beteiligen. Die GSW warnen, Freizeiteinrichtungen in Kamen, Bönen und Bergkamen könnten am heutigen Donnerstag geschlossen bleiben.
Einschränkungen gibt es auch bei der Stadt und den Sparkassen. Uwe Fleißig, Personalrat bei der Stadt und dort Betriebsgruppenleiter für Verdi, geht davon aus, dass etwa 120 Mitarbeiter von Stadt, GSW und Sparkassen sich heute am Warnstreik beteiligen werden.
Fleißig wirbt um Verständnis für die Tarifforderungen. Hinter oft zitierten fünf Prozent stehe ein Gesamtpaket mit sozialen Komponenten, Arbeitssicherung, Altersteilzeitangeboten oder Übernahmegarantie für Auszubildende. Er hält die Forderungen angesichts von Arbeitsverdichtungen und Lohnentwicklungen für angemessen. Allein bei der Stadt Kamen seien in zehn Jahren 120 Stellen abgebaut worden. Der öffentliche Dienst sei Schlusslicht bei Tarifentwicklungen.
Bürgermeister Hermann Hupe zeigt Verständnis für die Forderungen aus Sicht der Beschäftigten. Man könne die nicht abkoppeln von Einkommensentwicklungen. Allerdings stehe die Wirklichkeit der Personalentwicklung in der Stadt unter klarem Finanzdiktat. Jede Belastung durch einen Tarifabschluss erhöhe den Druck auf der Personalkostenseite.
Hier dürfe keine Drohkulisse aufgebaut werden, aber die Kommunen stünden vor einer schwierigen Abwägung. Ein weiterer Stellenabbau sei schon jetzt unausweichlich. Eine Tarifanhebung um ein Prozent bedeute für die Stadt Mehrkosten von 170 000 Euro. Das komme oben drauf auf eine Belastung der Kommune, die bereits ganz neue Dimensionen erreicht habe.
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