Saatkrähen: Politiker werden flügge
14.05.2009 | 18:06 Uhr 2009-05-14T18:06:00+0200Holzwickede. „Das Problem der Saatkrähen brennt den Leuten unter den Nägeln”, stellt FDP-Fraktionschef Jochen Hake fest. „Das hat man ja bei der Podiumsdiskussion gesehen. Die jungeliste legt zurecht den Finger in eine Wunde.” Aktionismus sei das nicht. „Da muss was passieren. Auch unsere Fraktion
Zwar sei die „Überdachung der Gehwege wohl nicht die Lösung”, meint Hake. „Aber wir müssen sehen, dass die Tiere aus dem Schutz heraus kommen.” Es gebe sowieso nur noch zwei Bundesländer, in denen Saatkrähen geschützt seien.
Saatkrähen sind eine Grünlandart, die früher nur in freier Landschaft lebte, zunehmend aber auch Siedlungsraum erobert hat.
Die Vögel sind Allesfresser, ernähren sich aber überwiegend von Körnern, Samen und Pflanzenteilen. Im Gegensatz zu Elstern nehmen Saatkrähen keine Nester anderer Vögel aus.
Der Nestbau der monogam lebenden Tiere beginnt Ende März. Das Gelege besteht aus drei bis sechs Eiern.
Quelle: LANUV
Genau diese Forderung hat auch die Holzwickeder SPD gestern an ihren Landtagsabgeordneten Wolfram Kuschke herangetragen, wie Fraktionschef Michael Klimziak bestätigt.
„Aus fachlicher Sicht können wir nicht befürworten, dass der Schutz der Saatkrähen aufgehoben wird und die Tiere bejagt werden”, betont dagegen Michal Jöbges aus der ´Vogelschutzwarte NRW in der Landesanstalt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) in Recklinghausen. „Die Saatkrähe ist zwar am unteren Niederrhein wieder relativ weit verbreitet. Außer in Holzwickede gibt es aber nur noch in Datteln, Dortmund und dann erst wieder in Soest und Bielefeld Vorkommen.”
Die Probleme und Belastungen für Menschen durch die Saatkrähen sind dem Vogelkundler durchaus geläufig: „Wenn sie brüten, machen die Vögel viel Dreck, werfen Zweige und Äste runter und sind laut”, räumt Michael Jöbges ein. Ihre Jungen seien zurzeit etwa zwei bis drei Wochen alt. Ende Mai sind sie flügge. „Dann verlassen sie meist die Brutplätze und die Situation entkrampft sich spürbar.”
In Holzwickede gebe es drei Kolonien: an der Rausinger Straße, einzelne Paare im Emscherpark und schließlich in den Bäumen rund um die Liebfrauenkirche. Im Vorjahr brüteten dort in den Platanen ringsum 70 Paare – Tendenz leicht steigend, so der Vogelexperte.
Saatkrähen sind „sehr intelligente, hochinteressante Tiere”, denen mit Lärm, Nestaushebungen oder anderen Vergrämungsaktionen kaum beizukommen sei – abgesehen, davon, dass solche Aktionen genehmigungspflichtig sind. „Es gibt aber ein paar Dinge, die man tun kann, aber die sind sehr aufwändig.” Welche Methoden das sind, will der Vogelexperte nicht öffentlich verraten: „Wir wollen Selbsthilfeaktionen vermeiden. Außerdem muss man dazu die genauen Örtlichkeiten kennen.”
Zuständiger Ansprechpartner bei Problemen mit den Saatkrähen sei der Kreis Unna (Untere Landschaftsbehörde). „Wenn man dort unseren fachlichen Rat wünscht, kommen wir gerne dazu und beraten auch direkt vor Ort.”
21:05
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20:45
Wie wärs mit einem überdachten Gehwegabschnitt *rofl*
21:05
Hallo,
wir führen in meiner Heimatstadt Eutin auch eine Diskussion um Sinn und Unsinn des Saatkrähenschutzes. Da die Vögel eine Kolonie direkt neben unserem Stadtkrankenhaus gebaut haben, gehen die Emotionen auch hier etwas höher als sonst wohl...
Das Vorkommen der Saatkrähe in Deutschland ist ja sehr zurückgegangen, und daher haben wir im Norden mit einem verstärkten Vorkommen der Saatkrähe in der Republik eine ganz besondere Verantwortung für den Erhalt dieser Vogelart.
Den ganzen Beitrag der Vogelschutzgruppe Eutin - Bad Malente e.V. können Sie auf unserer Website lesen:
http://www.vogelschutzeutin-badmalente.de
Mit freundlichen Grüßen,
Björn Jürgensen
VSG Eutin - Bad Malente e.V.