Leoni stockt Zahl der Mitarbeiter auf
04.03.2010 | 17:41 Uhr 2010-03-04T17:41:00+0100
Halver. Trotz der Wirtschaftskrise wächst "Leoni High Temp Solutions" aus Halver weiter. Im vergangenen Jahr mussten die Mitarbeiter noch Kurzarbeit schieben - jetzt ist der Hersteller von Spezialkabeln auf dem besten Wege, der Höchstkapazität von 120 Mitarbeitern kontinuierlich näher zu kommen.
Die Wirtschaftskrise hat auch die Firma "Leoni High Temp Solutions" im Industriegebiet Oeckinghausen getroffen – allerdings nur kurz. Vor der Krise hatte das Unternehmen, das seinen Betrieb in Oeckinghausen Mitte 2007 aufnahm, 60 Mitarbeiter. Inzwischen sind es bereits 70 – Tendenz steigend.
Kurzarbeit Anfang 2009
Im Februar und März 2009 mussten die Mitarbeiter Kurzarbeit fahren. Aber bereits nach zwei Monaten konnten die Arbeitszeiten wieder ausgedehnt werden. „Die flexiblen Arbeitszeitmodelle waren unsere Rettung”, sagte Klaus Bitterwolf, einer von zwei Geschäftsführern der Gesellschaft, gestern im Rahmen einer Betriebsbesichtigung. Bernd Schulte, heimischer CDU-Landtagsabgeordneter, Bürgermeister Bernd Eicker, der Halveraner CDU-Fraktionsvorsitzende Peter Starke und weitere Parteimitglieder hatten um diesen Besichtigungstermin gebeten.
Und die derzeit 70 Mitarbeiter, darunter etwa 50 gewerbliche und 20 kaufmännische Angestellte, sollen noch nicht das Ende der Leoni-Entwicklung in Oeckinghausen sein. Geschäftsführer Manfred Sikora erläuterte, dass das Werk mit einer Betriebsfläche von rund 8 500 Quadratmetern für bis zu 120 Mitarbeiter ausgelegt sei. Gearbeitet wird bei Leoni derzeit an sieben Tagen pro Woche rund um die Uhr. Konti-Schichtbetrieb, also kontinuierlicher Schichtbetrieb, nennt sich dieses Modell. Und sollten die baulichen Kapazitäten irgendwann nicht mehr ausreichen, besitzt das Unternehmen noch die Option auf ein benachbartes Grundstück.
Spezialkabel als neues Geschäftsfeld
Dass die Leoni High Temp Solutions GmbH, die spezielle Hochtemperaturkabel herstellt und vertreibt, gestärkt aus der Krise hervorgeht, hat mindestens zwei Gründe. „Wir haben den Vorteil, dass wir vor allem für den Premiumbereich produzieren”, so Manfred Sikora. Das gelte für den Automobilbereich, der besonders stark von der Wirtschaftskrise betroffen war. Außerdem ist Leoni mit seinen Silikonkabeln auch in der Medizintechnik gut positioniert. Und der Umsatz dieser Branche ist laut Sikorra im vergangenen Jahr sogar um fünf Prozent gestiegen. Deshalb blickt der Geschäftsführer auch sehr zuversichtlich in die Zukunft: „Wir sehen mehr als ein Licht am Ende des Tunnels.”
Die High Temp Solutions ist ein – allerdings sehr selbstständiges – Tochterunternehmen der Leoni AG. Sie wurde am Standort Halver neu gegründet um eine Geschäftsfeld abzudecken, das es bis dahin bei Leoni noch nicht gab: Spezialkabel, die für Umgebungstemperaturen zwischen minus 190 und plus 1250 Grad Celsius geeignet sind. Der Standort Halver ist laut Sikorra deshalb so interessant, weil er zentral liege und es genügend Mitarbeiter gebe. Etwa 30 Prozent der Belegschaft kommen aus Halver und Umgebung.
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