Gymnasiast geht nach dem Abitur nach Togo
25.01.2010 | 19:00 Uhr 2010-01-25T19:00:00+0100
Halver. Colin Nolan, Schüler am Anne-Frank-Gymnasium, ist angehender Abiturient und Trainer einer Jugendfußballmannschaft. Soweit eine ganz normale Biografie. Aber der 19-Jährige plant für das Jahr nach seinem Abitur etwas, was ihn aus der Masse heraushebt.
Über seine Pläne sprach er beim Treffen des Seniorenkreises im Pfarrer-Neunzig-Haus. „Ich werde ein soziales Jahr in Togo verbringen”, berichtet er wie selbstverständlich. Auf diese Idee ist der Schüler gekommen, weil er vom Zivildienst ausgemustert wurde und auch für diese Pflichtzeit einen Einsatz im Ausland geplant hatte. „Ich hatte das Glück, bisher ein Leben führen zu können, in dem alles selbstverständlich schien. Schulausbildung, Gesundheit, Sicherheit – all das haben Menschen und vor allem Kinder in vielen Ländern dieser Welt nicht. Hier möchte ich meinen Beitrag leisten.”
Dafür hat er sich bei verschiedenen Organisationen informiert und ist schließlich beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fündig geworden. Dort wurde das Projekt „Weltwärts” ins Leben gerufen, über das junge Menschen in einem freiwilligen sozialen Jahr auf der ganzen Welt Hilfe leisten können. Das BMZ deckt 75 Prozent der Reise- und Aufenthaltskosten und fordert gleichzeitig von den Freiwilligen, einen Förderkreis für ihr Projekt aufzubauen. In diesen Förderkreisen sollen sich die Teilnehmer öffentlich mit dem Projekt und der damit verbundenen Idee auseinandersetzen und versuchen, über Spenden einemn Teil der Kosten zu decken.
Regelmäßig finanziell unterstützt
Das hat Colin Nolan bereits geschafft, indem er den Seniorenkreis von seinem Projekt überzeugt hat. Von dort kann er für das kommende Jahr mit regelmäßiger finanzieller Unterstützung durch Sammlungen und Kollekten in den Messen rechnen.
Sein Einsatzgebiet wird ein Kinderheim in der Hauptstadt Lomé sein. Dort sind ständig elf Kinder zwischen fünf und 15 Jahren untergebracht. Dazu kommen weitere 65 Kinder, die täglich von der Straße kommen und ihren Tag im Heim verbringen. „Meine Aufgabe wird darin liegen, Spiele und Feste zu organisieren, bei der Hausaufgabenbetreuung zu helfen, den Heimalltag in allen Dingen zu unterstützen und mit den Kindern Sport zu treiben.” Da Colin Nolan gern mit Kindern arbeitet, war ihm ein Einsatz, der in Verbindung mit einer Kinderbetreuung lag, sehr wichtig.
Ein Jahr von zu Hause weg zu sein ist für Colin Nolan nichts Neues. Bereits das elfte Schuljahr verbrachte er in Ohio, USA. Neu ist jetzt nur, dass er nicht nur die Familie, sondern auch die Freundin zurücklässt. „Natürlich ist sie traurig, aber auch ein bisschen stolz. Sie hält das soziale Jahr für eine gute Sache.”
Die Heimleitung
- Das Heim wurde von Madam Abitor Makafui, einer togolesischen Sängerin, gegründet.
- Selbst schwer körperlich behindert betreibt sie das Haus aus christlicher Überzeugung.
„Zum Glück gibt es ja moderne Kommunikationsmittel, um den regelmäßigen Kontakt zu halten”, erklärt er. Vor allem hofft er auch die Ängste derer beruhigen zu können, die, im Gegensatz zu ihm selbst, Angst vor Krankheiten haben, die er sich dort zuziehen könnte. „Ich kann mir nicht vorstellen, mich dort anzustecken”, ist er optimistisch. „Ich war noch nie krank.”
Er ist darauf vorbereitet auf großes Leid zu treffen. „Ich bin aber auch überzeugt, dass, auch mit meiner Hilfe, viele Dinge bewirkt werden können, die das Leben der Kinder dort lebenswerter machen und ich auf diese Weise viel Freude bringen kann.”
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