Ausbildung und Bilderbuchkarriere
07.12.2009 | 20:00 Uhr 2009-12-07T20:00:00+0100Halver. Seit gut sechs Jahren ist Marc Rademacher bei der Firma Mayweg im Industriegebiet Oeckinghausen beschäftigt.
In dieser Zeit hat er nicht nur seine Lehre zum Feinwerkmechaniker mit der Note „Sehr gut” abgeschlossen, sondern mit einem Verbundstudium an der Fachhochschule (FH) Iserlohn auch sein Diplom als Maschinenbau-Ingenieur erlangt. „Das erfordert eine sehr hohe Disziplin”, spart Mayweg-Geschäftsführer Bernd Jannack angesichts dieser Leistung nicht mit Lob für seinen Mitarbeiter.
Schon während seiner Schulzeit schnupperte Rademacher mit Ferienjobs in die Firma an der Kruppstraße. Und noch vor dem Abitur am Anne-Frank-Gymnasium hatte der heute 27-Jährige den Ausbildungsvertrag in der Tasche. Ab September 2003 folgte dann das Verbundstudium an der FH Iserlohn – eine Ausbildungsmöglichkeit, die gerade erst entwickelt worden war. „Die ersten Abgänger gab es damals noch gar nicht”, erinnert sich Mark Rademacher an seinen Studienbeginn.
Studium neben dem Vollzeitjob
Verbundstudium, das bedeutet eine ganz normale Lehre mit Vollzeitjob im Betrieb – und zusätzlich jeden zweiten Samstag Vorlesungen und Seminare an der Fachhochschule. Das auf zehn Semester angelegte Präsenzstudium macht allerdings nur rund ein Drittel der Anforderungen us; zwei Drittel müssen allein zuhause erarbeitet werden. Eine Anforderung, die viele scheitern lässt. Rademacher: „Meines Wissens nach liegt die Durchfallquote bei mindestens 50 Prozent.”
Geschäftsführer Bernd Jannack hat auch im Nachhinein nicht bereut, erstmals in eine solche Ausbildung eines Mitarbeiters investiert zu haben. Jannack: „Wir fördern Leute, die sich freiwillig weiterbilden.” Konkret bedeutet das, dass das Unternehmen z.B. Semestergebühren und Bücher bezahlt. Und auch beim Thema Freizeit zeigt sich Jannack großzügig: Vor Klausuren gab's für Marc Rademacher auch schon mal einen freien Tag. Dieser Aufwand lohnt sich für das Unternehmen aber nur, wenn die Mitarbeiter später auch gehalten werden können. „Nur ausbilden für den Markt ist zu kostspielig”, weiß auch Bernd Jannack. Die Folge: Schon während des Studium erhielt Rademacher im März 2008 das Angebot, die frei gewordene Stelle des Leiters für das Qualitätswesen zu besetzen. Nebenbei schrieb er seine Diplomarbeit zum Thema „Beschwerdemanagement” – bewertet wurde sie mit der Note 1,7, das anschließende Kolloquium mit einer 1,3.
Die guten Erfahrungen, die das Unternehmen mit dem Verbundstudium gemacht hat, haben auch Auswirkungen auf andere Mitarbeiter: Inzwischen hat ein zweiter Auszubildender ein Verbundstudium begonnen – im Fachbereich Kunststofftechnik.
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